Unser Fuhrpark
Historische Hamburger Busse, ihr aktueller Zustand und ihre Geschichte.
Einsatzfähig und zugelassen
Ausstellungsfähig
Noch nicht aufgearbeitet
Einsatzfähig und zugelassen
2434HHA – Stadtbus 2434MAN NL 263 (4. Serie)Baujahr 2004Fahrbereit
1809HHA – Stadtbus 1809EvoBus Mercedes-Benz O 530 / Citaro (1. Serie)Baujahr 1997Fahrbereit
1709HHA – Stadtbus 1709EvoBus, Mercedes-Benz O 405 N2 (2. Serie)Baujahr 1997Nicht fahrbereit
6502HHA – Schnellbus 6502Mercedes-Benz O 405 N1 (5.Serie)Baujahr 1994Fahrbereit
2575HHA – Stadtbus 2575Mercedes-Benz O 405 (2. Serie)Baujahr 1985Fahrbereit
6416HHA – Schnellbus 6416Daimler-Benz O 305 (14. Serie)Baujahr 1984Fahrbereit
1983HHA – Stadtbus 1983Daimler-Benz / FFG S 80 (ÖNV II – Nullserie)Baujahr 1979Fahrbereit
Ausstellungsfähig
1111HHA – Stadtbus 1111EvoBus Mercedes-Benz O 530 / Citaro Facelift (Fahrschulbus)Baujahr 2011Fahrbereit
6417HHA – Schnellbus 6417EvoBus Mercedes-Benz O 530 MÜ – Citaro (3. Teilserie)Baujahr 2004-2005Fahrbereit
617KVG – Überlandbus 617Kässbohrer Setra S 215 UL (7. Kleinserie)Baujahr 1990Nicht fahrbereit
2600HHA – Stadtbus 2600MAN SL 202 (Vorführwagen)Baujahr 1986 (Museumsbus 1989)Nicht fahrbereit
7211HHA – Gelenkbus 7211Mercedes-Benz Daimler-Benz O 305 G (2. Serie)Baujahr 1982Nicht fahrbereit
2228HHA – Stadtbus 2228Daimler-Benz O 305 (12. Serie)Baujahr 1981Nicht fahrbereit
184PVG – Stadtbus 184Daimler-Benz O305 (10. Kleinserie)Baujahr 1977Nicht fahrbereit
5702HHA – Schnellbus 5702Magirus-Deutz 150 R/L 12 – Typ „Hamburg“Baujahr 1966Nicht fahrbereit
6500HHA – Kleinbus 6500Daimler-Benz / Ernst Auwärter O 319 DBaujahr 1965Nicht fahrbereit
6499HHA – Stadtbus 6499Büssing Präfekt 13 D – Typ „Hamburg“ (Prototyp)Baujahr 1965Nicht fahrbereit
7450HHA – Stadtbus 7450Magirus-Deutz Saturn II – Typ „Hamburg“ (5. Serie)Baujahr 1964Nicht fahrbereit
6495HHA – Stadtbus 6495 (ex. 264)Daimler-Benz O 321 H (1. Serie)Baujahr 1955Nicht fahrbereit
Noch nicht aufgearbeitet
1608HHA – Stadtbus 1608EvoBus Mercedes-Benz O 405 N2 (1. Serie)Baujahr 1996Nicht fahrbereit
1014HHA – Stadtbus 1014Mercedes-Benz O 405 N (1. Serie)Baujahr 1991Nicht fahrbereit
7714HHA – Gelenkbus 7714Daimler-Benz Mercedes-Benz O405 G (1. Serie)Baujahr 1987Nicht fahrbereit
1554HHA – Stadtbus 1554Daimler-Benz O 305 (6. Serie)Baujahr 1974Nicht fahrbereit
7345VHH – Stadtbus 7345Ikarus 190Baujahr 1973Nicht fahrbereit
5103HHA – Schnellbus 5103Magirus-Deutz 170 S 10 H (2. Serie)Baujahr 1971Nicht fahrbereit
1071HHA – Stadtbus 1071Daimler-Benz O 305 (2. Serie)Baujahr 1970Nicht fahrbereit
5993HHA – Kleinbus 5993Magirus-Deutz 110 E 6Baujahr 1969Nicht fahrbereit
2817HHA – Stadtbus 2817Büssing Präfekt 11 „Standard“ (ex. HHA-Schnellbus 5817)Baujahr 1968Nicht fahrbereit
6789HHA – Stadtbus 6789Daimler-Benz O 302 – 11R/St.Baujahr 1967Nicht fahrbereit
6412HHA – Stadtbus 6412Büssing Senator 12 D – Typ „Hamburg“Baujahr 1964Nicht fahrbereit
603VHH – Stadtbus 603Büssing 11R / U7 HBaujahr 1960Nicht fahrbereit
6799HHA – Stadtbus 6799Magirus-Deutz Saturn II – Typ „Hamburg“ (1. Serie, reisefähig)Baujahr 1959Nicht fahrbereit
6019HHA – Kleinbus 6019Daimler-Benz / Binz O 319 DBaujahr 1958Nicht fahrbereit
282HHA – Stadtbus 282Daimler-Benz O 3500Baujahr 1954Nicht fahrbereit
HHA – Stadtbus 2434
MAN NL 263 (4. Serie)
Erstzulassung: 07.12.2004 – HHA
HOV-Übernahme: 12.06.2017 (Bus fast 13 Jahre alt)
Kennzeichen: HH-HN 2434
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- MAN NL 263 (4. Serie)
- Baujahr
- 2004
- Baureihe
- 2424-2439
- Inbetriebnahme
- 2004
- Ausmusterung
- 2015-2017
- Erstzulassung
- 07.12.2004 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- D2866 LUH23, geräuschgekapselt
- Leistung
- 260 PS
- Getriebe
- VOITH Diwa 854.3 _ 4-Gang-Automatik
- Höchstgeschwindigkeit
- 82 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 33
- Stehplätze
- 57
- Stehplatzfläche
- 8,0 m²
- Länge
- 11,95 m
- Gewicht
- 11.800 kg
Historie & Besonderheiten
Die HHA beschaffte jahrzehntelang fast ausschließlich Busse von Mercedes-Benz. Erst ab dem Jahr 2000 wurden nach erfolgreichen Tests in den 1990er Jahren MAN-Fahrzeuge beschafft – zunächst als Gelenkbusse (NG 313), ab 2002 auch als Solobusse (NL 263).
Die Baureihe 2424-2439 war die vierte Serie MAN-NL 263 und zugleich die letzte mit diesem Modell, bevor ab 2012 die moderneren MAN Lion´s City-Busse eingeführt wurden.
Besonderheiten und Ausstattung
Fahrzeugmerkmale der MAN NL 263
- Bewährte Konstruktion: Basierend auf dem Standardlinienbus II
- Robuster Aufbau: Weniger empfindliche Elektronik als beim Citaro
- Starrachse vorn: Härteres Fahrverhalten, bessere Beschleunigung im unteren Drehzahlbereich
- Mehr Sitzplätze: Keine nachträgliche Reduzierung der Sitzplatzanzahl ab 2006 zugunsten einer vergrößerten Mehrzweckfläche
- Fahrtzielanzeigen: neue LCD-Technik – aber bei Sonnenlichteinfall kaum lesbar
- Kneeling-Funktion und Klapprampe – für den Stadtlinienbetrieb optimiert
Unser Museumsbus
Stationierung & Einsatz
- Die Serie war zunächst auf mehrere Betriebshöfe verteilt
- Wagen 2434 war gemeinsam mit 2439 in Harburg stationiert
- Ab Ende 2007 zentralisiert auf dem Betriebshof Wendemuthstraße zur besseren Ersatzteilversorgung
Werbungen
- 2005-2008: Werbung für einen Pflegedienst
- 2009-2014: Werbung für den Toom-Markt
Ausmusterung & Erhalt
- Die meisten Busse dieser Serie wurden 2016 nach 12 Jahren planmäßig ausgemustert, zwei Fahrzeuge bereits 2015 und die letzten fünf 2017
- 2434 war der letzte eingesetzte Bus seiner Serie – bei der Ausmusterung im Mai 2017 in besonders gutem Zustand
Am 12. Juni 2017 konnte ein HOV-Mitglied den Bus von der HHA ersteigern. Seit 2020 befindet sich Wagen 2434 offiziell im Museumsbestand des HOV.
Bedeutung
Mit Wagen 2434 dokumentiert der HOV die späte Phase des klassischen Standardlinienbusses II und den konservativen Gegenentwurf zum elektronisch stark aufgerüsteten Mercedes-Benz Citaro. Er steht für eine verlässliche, robuste Busgeneration, die im Schatten moderner Konzepte mit geringerem Wartungsaufwand oft überzeugte – gerade im Vergleich zur anfälligen ersten Citaro-Serie. Ein gut erhaltener Zeitzeuge aus einer Übergangszeit im Hamburger Nahverkehr.
Bildergalerie
Dieses Fahrzeug ist grundsätzlich für Vermietungen vorgesehen. Die konkrete Verfügbarkeit wird individuell geprüft.
HHA – Stadtbus 1809
EvoBus Mercedes-Benz O 530 / Citaro (1. Serie)
Erstzulassung: 20.11.1997 – HHA
2. Vorbesitzer: 2002 – Stadtwerke Bonn (SWB 9719)
HOV-Übernahme: 24.01.2012 (Bus 14 Jahre alt)
Kennzeichen: HH-FC 1809
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- EvoBus Mercedes-Benz O 530 / Citaro (1. Serie)
- Baujahr
- 1997
- Baureihe
- 1801-1835
- Inbetriebnahme
- 1997-1998
- Ausmusterung
- 2002-2004
- Erstzulassung
- 20.11.1997 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 906 hLA, Euro-2, geräuschgekapselt, mit Turbolader
- Leistung
- 231 PS (170kW)
- Getriebe
- ZF Ecomat 5 HP 500 – Fünfgang-Automatik
- Höchstgeschwindigkeit
- 85 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 35
- Stehplätze
- 64
- Stehplatzfläche
- 8,0 m²
- Länge
- 12,00 m
- Gewicht
- 10,750 kg
Historie & Besonderheiten
Mit dem O530 „Citaro“ stellte Mercedes-Benz 1997 einen vollständig neu entwickelten Niederflurbus vor, der – anders als seine Vorgänger – nicht mehr den VÖV-Vorgaben entsprach, sondern erstmals konsequent für einen modernen, variablen Stadtbuseinsatz entwickelt wurde.
Am 27.11.1997, exakt 13 Jahre nach der Vorstellung des O405, wurde der Citaro im Rahmen des ersten HOCHBAHN-Forums in der Hamburger Fischauktionshalle der Öffentlichkeit präsentiert.
Die HOCHBAHN war Reverenzkunde und nahm noch im selben Jahr die ersten 20 Fahrzeuge (1801-1820) in Betrieb, den Rest (1821-1835) bis März 1998 – gleichmäßig verteilt zu je 7 Bussen auf alle fünf Betriebshöfe.
Kritik und Probleme der ersten Citaro-Serie
Die erste Citaro-Serie wurde in Hamburg direkt im Linienbetrieb erprobt, ohne vorherige längere Testphasen beim Hersteller.
Die Folge:
- Zahlreiche Kinderkrankheiten
- Hohe Störanfälligkeit durch empfindliche Leistungselektronik
- Probleme mit Bremssystemen, Batterien, Kühlkreisläufen
- In der Werkstatt unbeliebt und bald mit dem Spitznamen „Zitrone“ versehen
- Bereits 2002-2004 vollständig ausgemustert und gegen neue Fahrzeuge getauscht
Mercedes stellte zur Schadensbegrenzung drei Reservefahrzeuge zur Verfügung (Wagen 1890-1892)
Besonderheiten und Ausstattung
Besonderheiten der Citaro-Erstausführung (1997/98)
- Ganz neue Bauform mit durchgehend glatter Außenhaut, großen Fensterflächen, großzügigem Innenraum
- Portal-Hinterachse für erweiterten Niederflurbereich
- Elektronisches Bremssystem (EBS) mit ABS, übernommen auf dem MB-Actros
- Neuer Fahrerarbeitsplatz mit Display-Anzeige, elektrischem Seitenfenster (nur bis 1999)
- Stufenlose Einstiege, hängende „Cantilever“- Bestuhlung zur einfacheren Reinigung
- Lichtbänder über der Mitteldecke, zwei getrennte Heizkreisläufe (Fahrer/Fahrgäste)
- OM 906-Motor der neuen Generation – kräftig, emissionsarm, effizient
Unser Museumsbus
Verbleib & Weiterverwendung
Einige Fahrzeuge – darunter auch Wagen 1809 – wurden nach Überarbeitung vom Hersteller an andere Betriebe abgegeben. 1809 ging 2002 an die Stadtwerke Bonn (SWB) und erhielt dort die Betriebsnummer 9719. Nach einer erneuten Abstellung 2010 war er für das „Deutschlandfest 2011“ (Feier zum Tag der Deutschen Einheit und NRW-Tag) noch einmal kurzzeitig reaktiviert worden.
Überführung nach Hamburg
Anfang 2012 erwarb der HOV mit Unterstützung der HOCHBAHN den Bus zurück, um ihn als historischen Vertreter der Citaro-Erstserie zu bewahren.
Die Überführung am 24.01.2012 wurde zu einer Herausforderung:
- Totalausfall der Bremsanlage und des Kühlkreislaufs
- Unterstützung durch KVB (Köln), WUPSI (Leverkusen) und Rheinbahn (Düsseldorf)
- Nachtfahrt nach Hamburg mit Notmaßnahmen und Improvisation
Zustand & Erhaltungsmaßnahmen
Zustand bei Übernahme:
- Korrodierte Bremsscheiben
- Defekte Batterien
- Abmontierte Originaltechnik (z.B. Fahrtzielanzeige)
Maßnahmen seitens des HOV:
- Austausch aller abgenutzten „HHA“-Polster durch neuwertige
- Wiederherstellung der originalen LAWO-Fahrtzielanzeige
- Schönheitsreparaturen (Karosserie, Unterzug, Ausrufanlage)
Fazit
Mit Wagen 1809 besitzt der HOV den ältesten erhaltenen Mercedes-Benz Citaro, der gleichzeitig einen kritischen Wendepunkt in der Entwicklung deutscher Linienbusse markiert. Er steht exemplarisch für den Übergang von standardisierten VÖV-Typen zu individualisierten, elektronisch hochgerüsteten Fahrzeugkonzepten im Stadtverkehr – mit allen Konsequenzen für Technik, Betrieb und Instandhaltung. Ein Zeitzeuge mit Zitronengeschmack – aber hohem dokumentarischen Wert.
Bildergalerie
Dieses Fahrzeug ist grundsätzlich für Vermietungen vorgesehen. Die konkrete Verfügbarkeit wird individuell geprüft.
HHA – Stadtbus 1709
EvoBus, Mercedes-Benz O 405 N2 (2. Serie)
Erstzulassung: 08.04.1997 – HHA
2. Vorbesitzer: 01.05.2011 – Rolf Utzt
HOV-Übernahme: 03.08.2013 (Bus 16 Jahre alt)
Kennzeichen: HH-GC 409
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- EvoBus, Mercedes-Benz O 405 N2 (2. Serie)
- Baujahr
- 1997
- Baureihe
- 1701-1735
- Inbetriebnahme
- 1997
- Ausmusterung
- 2010-2011
- Erstzulassung
- 08.04.1997 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- MB OM 447h,Euro-2, geräuschgekapselt, mit Rußfilter
- Leistung
- 214 PS (157 kW)
- Getriebe
- ZF Fünfgang-Automatikgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 90 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 40
- Stehplätze
- 59
- Stehplatzfläche
- 7,38 m²
- Länge
- 11,91 m
- Gewicht
- 10.700 kg
Historie & Besonderheiten
Mit der Beschaffung der 17er-Serie hielt bei der HHA ein vollständig neues Innenraumdesign Einzug:
- Graue Seitenwandverkleidungen
- Rote Haltestangen
- Gemustertes Sitzpolster mit „HHA“-Schriftzug auf grauen Sitzschalen
Diese Gestaltung war bereits 1994 bei den Schnellbussen getestet worden und blieb bis 2010 Standard bei der HOCHBAHN.
Heizung:
- Wieder drei klassische Untersitz-Heizgebläse statt Konvektor-Heizkanälen (wie bei den 16ern)
Beheimatung
Jeder Betriebshof erhielt im April 1997 sieben Fahrzeuge:
- 1701-1707: Wandsbek
- 1708–1714: Harburg
- 1715–1721: Langenfelde
- 1722–1728: Mesterkamp
- 1729–1735: Hummelsbüttel
Nicht beliebte Baureihe:
Die Baureihe galt als bei Fahrern und Werkstätten wenig beliebt–wegen beengter Fahrerkabine und störanfälliger Leistungselektronik.
Sonderprojekte & Umbauten:
“Nightcruiser”-Umbauten (ab 1999):
Fünf Busse (1707, 1715, 1734, 1735 + Reserve: 1719) wurden für eine nächtliche Ringlinie in der Innenstadt zu sogenannten „Nightcruisern“ umgebaut:
- Schwarze „POP“-Lackierung
- Lichtanlage mit farbigen LED-Spots in der Lochdecke
- Lautsprecheranlage in Dachschrägen & herausnehmbare Bar im Heck
- Eine Sitzbank dauerhaft rückwärts montiert
- Herausnehmbares Musik-Steuergerät
Eingesetzt bis Ende 2004, danach neutralisiert. Feste Umbauten blieben bis zur Ausmusterung erhalten. Vier Fahrzeuge gingen später nach Perm (Russland), der Reservewagen 1719 wurde 2014 zum Werbemobil umgebaut.
Kennzeichensystem & Fahrzeugplanung
Für 1997 waren ursprünglich 70 Fahrzeuge der Baureihe O 405 N2 vorgesehen – mit den Kennzeichen HH-GC 401–470. Die HHA wandelte jedoch die Hälfte der Bestellung in das neue Modell Mercedes-Benz O 530 “Citaro” um. Diese Fahrzeuge wurden ab Ende 1997 als Serie 1801–1835 ausgeliefert, erhielten aber die Kennzeichen HH-FC 1801-1835.
Fazit:
Mit Wagen 1709 besitzt der HOV ein repräsentatives Fahrzeug der späten O 405 N2-Generation, das nicht nur das neue Corporate Design, sondern auch den technischen Übergang zum Citaro eindrucksvoll dokumentiert.
Besonderheiten und Ausstattung
Ausstattung & Gestaltung:
- Halogen-Deckenstrahler wie bei den 16ern
- Neuer VDV-Fahrerarbeitsplatz – erstmals im HHA-Bestand
- Einführung eines roten LED-Infobalkens an der Mitteldecke (Liniennummer, Ziel und nächste Haltestelle) anstelle des kleinen „Wagen hält“.
- Bedienung zunächst manuell über den EFAD-Fahrscheindrucker, später GPS-gesteuert.
Äußere Merkmale:
- Ursprünglich kein roter Dachstreifen – bei vielen mit der Werbung später nachgerüstet
- Zwischen den Türen durch niedrigere Fenster verkleinerte Werbefläche
- Schwarze Zierleiste entfiel – stattdessen schwarze Klebestreifenoptik unterhalb der Werbung
Werbung:
Fünf Busse dieser Serie trugen nie Außenwerbung (ausgenommen Trafficboards):
- 1705, 1712, 1713, 1714, 1733
Museumsbus 1709
Wagen 1709 gehört zu den allerletzten MB O 405 N2, die am 27.04.2011 bei der HOCHBAHN ausgemustert wurden. Nach dem Verkauf an den Privatunternehmer Rolf Utzt kam der Bus nur gut ein Jahr lang im Schülerverkehr zum Einsatz – dadurch blieb er in einem ausgezeichneten, vollständig originalen Zustand erhalten.
Bildergalerie
Dieses Fahrzeug ist grundsätzlich für Vermietungen vorgesehen. Die konkrete Verfügbarkeit wird individuell geprüft.
HHA – Schnellbus 6502
Mercedes-Benz O 405 N1 (5.Serie)
Erstzulassung: 25.04.1994 – HHA
HOV-Übernahme: 28.06.2010 (Bus 16 Jahre alt)
Kennzeichen: HH-WV 502 H
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Mercedes-Benz O 405 N1 (5.Serie)
- Baujahr
- 1994
- Baureihe
- 6501-6584
- Inbetriebnahme
- 1994
- Ausmusterung
- 2009 / 2010
- Erstzulassung
- 25.04.1994 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 447a, geräuschgekapselt
- Leistung
- 214 PS
- Getriebe
- Viergang-Automatikgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 90 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 39
- Stehplätze
- 59
- Stehplatzfläche
- 12,4 m²
- Länge
- 11,91 m
- Gewicht
- 10.580 kg
Historie & Besonderheiten
Mit der Lieferung der Schnellbusse der Serie 6501–6584 im Jahr 1994 begann für die HHA ein neues Kapitel: Die klassische, rosafarbene Schnellbuslackierung, seit 1960 das Markenzeichen der Komfortlinien, wurde durch eine schlichte, weiße Ganzlackierung ersetzt–lediglich unter der Frontscheibe und am Dach verlief ein roter Streifen mit integriertem “SCHNELLBUS”-Schriftzug.
Wagen 6502 war einer von insgesamt 84 Fahrzeugen dieser Serie, die zur Erneuerungder Flotte aus denBaujahren 1982 und 1984 dienten. Er erhielt als einer der ersten Fahrzeuge die neue Schnellbus-Innenausstattung:
- Rote Stoffseitenverkleidungen
- Rot-graue Hochlehnensitze mit Komfortpolsterung
- Doppelverglasung der Fenster mit Grautönung
- Klappsitze im Rollstuhlbereich
- Dunkelrote Haltestangen
- Graue Kunststoff-Deckenverkleidung
Damit waren diese Fahrzeuge deutlich aufgewertet gegenüber den parallel beschafften Stadtbussen–erstmals war auch die Mitnahme von Rollstühlen und Kinderwagen im Schnellbus möglich. Im Unterschied zu den Standardlinienbussen besaßen diese Fahrzeuge ein angepasstes Interieur, blieben aber technisch nahezu identisch mit der Stadtbusserie des O 405 N1.
Wegen politischer Fehlplanungen in den 1990er Jahren(insbesondere der voreiligen Abschaffung der Linien31/34 im Jahr 1988) mussten einige Schnellbusse aus der Stadtbusproduktion “herausgenommen” werden. Soerhielt Wagen 6502 eine der Wagennummern, die ursprünglich für Stadtbusse vorgesehen waren (abgeleitet ausder Serie 1401–1430).
Einsatzorte & Stationierungen
Wagen 6502 war im Laufe seiner Dienstzeit auf mehreren Betriebshöfen der Hochbahn stationiert:
- 15.06.1994: Langenfelde
- 27.09.1998: Harburg
- 14.12.2003: Langenfelde
- 26.08.2004: Wandsbek
- 12.06.2005: Mesterkamp
- 31.10.2008: Langenfelde
- 28.10.2009: Wandsbek
Museumsfahrzeug & Restaurierung
Im Zuge der Ausmusterung der Baureihe wurde 6502 als einer von insgesamt 25 Fahrzeugen technisch überarbeitet:
- Motor- und Getriebesanierung
- Gitterrahmen instandgesetzt
- Innenraum modernisiert (u.a. schwarze Polster mit „HOCHBAHN“-Schriftzug)
Nach der Übernahme durch den HOV im Jahr 2010 wurde der Bus jedoch aufwändig zurück restauriert–die Sitze wurden professionell in den Ursprungszustand von 1994 zurück gepolstert, um das originale Erscheinungsbild wiederherzustellen. Trotz der durchgeführten Generalüberholung erwies sich der Bus technisch als weniger zuverlässig als erhofft:
- Diverse Verschleißreperaturen waren nötig
- Der Unterboden zeigte Spuren von Rost und Salzfraß
Dennoch bleibt Wagen 6502 ein bedeutendes Exemplar der letzten echten Schnellbus-Generation der Hochbahn–bevor mit dem Mercedes-Benz O 530 „Citaro“ ab 2004 eine neue Epoche begann, in der sich Schnell-und Stadtbusse nur noch in der Polsterdicke unterschieden. Wagen 6502 dokumentiert als Museumsfahrzeug eine Ära des Hamburger Nahverkehrs, in der Schnellbuslinien noch ein eigenes, hochwertiges Fahrzeugkonzept besaßen–mit eigenständiger Lackierung, Ausstattung und Komfortmerkmalen.
Bildergalerie
Dieses Fahrzeug ist grundsätzlich für Vermietungen vorgesehen. Die konkrete Verfügbarkeit wird individuell geprüft.
HHA – Stadtbus 2575
Mercedes-Benz O 405 (2. Serie)
Erstzulassung: 22.01.1986 – HHA
HOV-Übernahme: 01.12.2002 (Bus fast 17 Jahre alt)
Kennzeichen: HH-ED 575 H
Technische Daten
Fahrgestell und Aufbau: Mercedes-Benz
Motortyp: OM 447h, geräuschgekapselt
Leistung: 204 PS
Höchstgeschwindigkeit: 86 km/h
Getriebe: Dreigang-Automatikgetriebe
Sitz- / Stehplätze: 44 / 54
Stehplatzfläche: 5,4 m²
Stehplatzfläche je Person: 0,1 m²
Fahrzeuglänge: 11,55 m
Eigengewicht: 9.700 kg
Historie & Besonderheiten
Mit dem O 405 startete Daimler-Benz 1984 die Serienfertigung des neuen Standardlinienbusses der zweiten Generation (VÖV II). Die Hamburger Hochbahn (HHA) beschaffte ihre erste Serie (Wagen 2431–2450 und 2501–2505) Ende 1984, gefolgt 1985/86 von der 2. Serie (2506–2595), zu der auch Wagen 2575 gehört. Das Fahrzeug profitierte von einer Vielzahl technischer Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger O 305:
• moderne Federung
• niedrigere Ein- und Ausstiege durch 75%-Bereifung
• ergonomisch gestaltete Sitzschalen mit grün gemusterten Polstern
• erstmals bei der HHA eingesetzte automatische KRUEGER-Fahrtzielanzeigen
• wartungsfreundlichere Klappkonstruktionen
• eine zentrale Deckenbeleuchtung mit automatischer Dimmfunktion vorn
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Mercedes-Benz O 405 (2. Serie)
- Baujahr
- 1985
- Baureihe
- 2506-2595
- Inbetriebnahme
- 1985/86
- Ausmusterung
- 1994-2002
- Erstzulassung
- 22.01.1986 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 447h, geräuschgekapselt
- Leistung
- 204 PS
- Getriebe
- Dreigang-Automatikgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 86 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 44
- Stehplätze
- 54
- Länge
- 11,55 m
Unser Museumsbus
Wagen 2575 erhielt, wie alle Fahrzeuge der Serie, die Vollbestuhlung mit 44 Sitzplätzen und war auf dem Betriebshof Schützenhof beheimatet, bevor er im Zuge der Betriebshofschließung 1988 nach Mesterkamp wechselte. Dort wurde er mit einem RBL-Standortmelder über der Einstiegstür für den Einsatz auf den Linien 106 und 118 ausgerüstet. Als einer der letzten im Liniendienst verbliebenen Wagen seiner Serie wurde 2575 im Dezember 2002 nach fast 17 Jahren Einsatzzeit – und fast 1.000.000 km Laufleistung – ausgemustert. Damit hält er einen HHA-internen Rekord: Kein anderer Stadtbus der Hochbahn war je so lange im aktiven Einsatz. Zur musealen Erhaltung wurde der Wagen aufgrund seines verhältnismäßig guten Zustands ausgewählt. Rund 80 % der Sitzschalen mussten jedoch ersetzt werden –sie stammen aus den Wagen 2513, 2531 und 2622, ebenfalls Fahrzeuge mit geklebten Polstern. Ein kurioses Detail: Die letzten beiden Fahrzeuge der Serie – 2594 und 2595 – wurden in 2622 und 2623 umnummeriert, da die fehlenden Fahrschulwagen nicht rechtzeitig fertig wurden. Die ursprünglichen 2622 und 2623 wurden daraufhin verspätet im April 1986 als Fahrschulwagen 2594 und 2595 nachgeliefert.
Bildergalerie
HHA – Schnellbus 6416
Daimler-Benz O 305 (14. Serie)
Erstzulassung: 04.04.1984 – HHA
HOV-Übernahme: 08.07.1994 (Bus 10 Jahre alt)
Kennzeichen: HH-D 6416 H
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Daimler-Benz O 305 (14. Serie)
- Baujahr
- 1984
- Baureihe
- 6401-6420
- Inbetriebnahme
- 1984
- Ausmusterung
- 1994
- Erstzulassung
- 04.04.1984 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 407h, geräuschgekapselt
- Leistung
- 200 PS
- Getriebe
- Dreigang-Automatikgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 86 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 41
- Stehplätze
- 54
- Stehplatzfläche
- 5,4 m²
- Länge
- 11,11 m
- Gewicht
- 9.000 kg
Historie & Besonderheiten
Im Jahr 1984 beschaffte die HHA letztmals Stadt-und Schnellbusse des Typs Daimler-Benz O 305 – insgesamt 30 Stadtbusse und 20 Schnellbusse. Damit endete die Ära dieses Standardbustyps bei der HHA; noch im selben Jahr begann mit dem O 405 die Einführung des neuen VÖV-II-Standardbusses. Die Fahrzeuge der Serie 6401–6420 unterschieden sich nur geringfügig von ihren Vorgängern der Jahre 1974, 1975, 1980 und 1982, wiesen aber einige moderne Details auf: So verfügten sie über eine halboffene Fahrerkabine, Halogen-Hauptscheinwerfer (statt separater Nebelscheinwerfer), ein Polyurethan-umschäumtes Lenkrad sowie einen Standortmelder über der Einstiegstür. Ein technisches Unikum dieser Serie waren die Brona-Fahrtzielbandanlagen – sie kamen nur 1984 zum Einsatz und wurden später – wie bei allen noch in Betrieb befindlichen O 305 – durch automatische KRUEGER-Palettenanzeigesysteme ersetzt. Hintergrund war der tariflich geregelte Verzicht auf bezahlte Aufrüstzeiten für das manuelle Wechseln der Fahrtzielanzeige. Wagen 6416 war während seiner gesamten Einsatzzeit auf dem Betriebshof Langenfelde stationiert.
Unser Museumsbus
Wagen 6416 wurde gezielt zur musealen Erhaltung ausgewählt, da er:
- kein POP-Bus war,
- eine typische Hamburger Werbung trug
- und sich technisch wie optisch in gutem Zustand befand.
Mit Unterstützung der Firma alga in Sittenden konnten 1994 alle Polster durch neuwertige aus anderen Bussen getauscht werden.
Der Bus wurde 2008 wieder zugelassen und steht seitdem für Vermietungen zur Verfügung.
Bildergalerie
Dieses Fahrzeug ist grundsätzlich für Vermietungen vorgesehen. Die konkrete Verfügbarkeit wird individuell geprüft.
HHA – Stadtbus 1983
Daimler-Benz / FFG S 80 (ÖNV II – Nullserie)
Erstzulassung: 07.06.1979
HOV-Übernahme: 06.01.1986 (Bus 7 Jahre alt)
Kennzeichen: HH-XR 583 H
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Daimler-Benz / FFG S 80 (ÖNV II – Nullserie)
- Baujahr
- 1979
- Inbetriebnahme
- 1979
- Ausmusterung
- 1985-1986
- Erstzulassung
- 07.06.1979
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 427h III, geräuschgekapselt
- Leistung
- 200 PS
- Getriebe
- Dreigang-Automatikgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 80 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 45
- Stehplätze
- 58
- Stehplatzfläche
- 7,25 m²
- Länge
- 11,36 m
- Gewicht
- 9.295 kg
Historie & Besonderheiten:
Die Fahrzeugwerkstätten Falkenried GmbH (FFG), eine Tochter der HHA, entwickelten 1976 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) den Nachfolger des VÖV I-Standardlinienbusses von 1967: den VÖV II. Der unter der HHA-Nummer 1980 eingesetzte Bus verfügte über einen niedrigen Wagenboden, der durch kleinere Räder ermöglicht wurde, und modernere Fahrgastinformationssysteme. Optisch war der Bus besonders durch seine kantige Form und die geklebte Karosserie geprägt. Die Erprobung des VÖV II erfolgte 1976–1978 in 40 Städten erfolgreich, woraufhin Daimler-Benz und MAN den Auftrag zum Bau einer Nullserie von jeweils zehn Bussen erhielten. FFG baute den Daimler-Benz S 80 in Hamburg. Die Wagen 1983–1992 wurden in das HHA-Nummernsystem eingereiht. Bei der HHA kamen von diesen Wagen nur 1983 und 1985 bis 1989 zum Einsatz, Wagen 1984 und 1992 gingen nach Kassel (dort 099 und 098) und 1990-1991 nach Stuttgart (dort 6000 und 6001). Alle S 80 waren auf dem Betriebshof Mesterkamp stationiert, wo stets Versuchswagen getestet wurden. Der Bus wurde 1979 zusammen mit weiteren Prototypen auf der Internationalen Verkehrs-Ausstellung in Hamburg vorgestellt und war später hauptsächlich auf den Linien 106, 108, 109 und später als Visitenkarte auf dem Airport-City-Express (Linie 110) eingesetzt. Verschiedene technische Neuerungen wurden an Wagen 1983 und anderen S 80 erprobt, darunter Absenkvorrichtungen, elektronische Fahrgastinformationssysteme, automatische Betankung und beleuchtbare Außenwerbung. 1983 erhielt Wagen 1983 eine HHA-Standardlackierung in hellrosa-weiß – feuerrot – hellrosa-weiß mit blauer Hamburg-Werbung. Die Ausmusterung begann 1985 und endete 1986 mit Wagen 1989.
Unser Museumsbus
Wagen 1983 wurde vom HOV übernommen, um einen wichtigen Prototyp der Hamburger Busentwicklung zu erhalten. Ersatzteilbeschaffungen bleiben wegen spezieller Bauteile, insbesondere der kleinen Räder, eine Herausforderung. Der Bus wurde vor einigen Jahren wieder zugelassen und kann für besondere Veranstaltungen angemietet werden. Die BROSE-Fahrtzielanlage benötigt noch fachkundige Hände zur Wiederinbetriebnahme.
Bildergalerie
Dieses Fahrzeug ist grundsätzlich für Vermietungen vorgesehen. Die konkrete Verfügbarkeit wird individuell geprüft.
HHA – Stadtbus 1111
EvoBus Mercedes-Benz O 530 / Citaro Facelift (Fahrschulbus)
Erstzulassung: 16.09.2011 – HHA
HOV-Übernahme: April 2026 (Bus 14,5 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- EvoBus Mercedes-Benz O 530 / Citaro Facelift (Fahrschulbus)
- Baujahr
- 2011
- Baureihe
- 1101-1119
- Inbetriebnahme
- 2011
- Ausmusterung
- 2025/2026
- Erstzulassung
- 16.09.2011 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 906 hLA, Euro-5, geräuschgekapselt, mit Turbolader
- Leistung
- 286 PS (210 kW)
- Getriebe
- ZF-EcoLife
- Höchstgeschwindigkeit
- 85 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 30
- Stehplätze
- 69
- Stehplatzfläche
- 8,0 m²
- Länge
- 12,00 m
- Gewicht
- ca. 11.800 kg
Hintergrund zur Baureihe
Die Fahrzeuge der Serie 1101–1119 gehören zur 2. Generation des Mercedes-Benz O 530 Citaro bei der Hamburger Hochbahn. Der „Facelift“ wurde zwischen 2007 und 2013 beschafft. Er stellt eine weiterentwickelte Version der ersten Citaro-Generation dar, erkennbar an modernisierten Front- und Heckpartien sowie einer überarbeiteten Antriebstechnik gemäß den ab 2005 geltenden Abgasnormen Euro 4 / Euro 5.
Zur Serienausstattung gehörten:
- Gelbe Haltestangen zur besseren Orientierung für sehbehinderte Fahrgäste (seit 2005)
- LAWO LED-Matrixanzeigen (seit 2007)
- Druckluft Innenschwenktüren
- Vollklimaanlage für Fahrgastraum und Fahrerplatz (seit 2000)
- Barrierefreier Niederflureinstieg im gesamten Innenraum (seit 1997)
- Leichtbau-Sitzschalen mit vandalismussicherer Konstruktion (seit 1997)
Diese Baureihe prägte das Hamburger Stadtbild seit 2007 und steht für den Übergang zu modernen, komfortorientierten Stadtbussen.
Die Entscheidung, den Mercedes-Benz O 530 Citaro Facelift mit der Wagennummer 1111 in den Bestand des HOV zu übernehmen, fiel aus mehreren guten Gründen – und war nicht zuletzt eine Herzensangelegenheit:
Mit nur 310.000 Kilometern Laufleistung gehört dieser Bus zu den am wenigsten beanspruchten Fahrzeugen seiner Generation. Seit seiner Erstzulassung im Jahr 2011 kam er ausschließlich als Fahrschulwagen der Hochbahn zum Einsatz – das bedeutet: kein Fahrgasteinsatz, kein Vandalismus, kein nennenswerter Verschleiß im Innenraum. Zudem war der Bus meist überdacht abgestellt, was seinem Erhaltungszustand zusätzlich zugutekam.
Auch technisch steht der Wagen gut da: Der schonende Fahrschulbetrieb sorgte für eine vergleichsweise geringe Belastung von Motor, Getriebe und Fahrwerk. Nicht umsonst galt dieser Fahrzeugtyp bei vielen Fahrerinnen und Fahrern als besonders angenehm zu fahren – ein weiterer Grund, diesem Bus ein langes Leben im Museumsbestand zu ermöglichen.
Ein schöner Zufall rundet die Geschichte ab: Zum 100-jährigen Bestehen der Hochbahn-Fahrschule im Jahr 2024 war es uns ein besonderes Anliegen, diesem Kapitel Hamburger Verkehrsgeschichte ein würdiges Exponat zu widmen. Wagen 1111 ist dafür geradezu ideal – technisch solide, optisch gepflegt und mit einer ganz besonderen Geschichte.
Bildergalerie
HHA – Schnellbus 6417
EvoBus Mercedes-Benz O 530 MÜ – Citaro (3. Teilserie)
Erstzulassung: 17.05.2005 – HHA
HOV-Übernahme: 01.03.2018 (Bus fast 13 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- EvoBus Mercedes-Benz O 530 MÜ – Citaro (3. Teilserie)
- Baujahr
- 2004-2005
- Baureihe
- 6401–6420, 3. Teilserie: 6411-6420
- Inbetriebnahme
- 2005
- Ausmusterung
- 2017–2018
- Erstzulassung
- 17.05.2005 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 457 (h) LA, geräuschgekapselt
- Leistung
- 299 PS
- Getriebe
- ZF Ecomat, 6 HP 592 – Sechsgang-Automatik
- Höchstgeschwindigkeit
- 85 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 48
- Stehplätze
- 36
- Stehplatzfläche
- 8,0 m²
- Länge
- 13,01 m
- Gewicht
- 12.300 kg
Historie & Besonderheiten
Mit dieser Schnellbus-Serie (Wagen 6401–6420) beschaffte die HHA 2004/05 erstmals seit 1994 wieder gezielt für den Schnellbusverkehr ausgelegte Fahrzeuge. Diese Citaro MÜ lehnten sich konzeptionell an die komfortablen Schnellbusse Mitte der 1960er Jahre an und zeichneten sich durch folgende Merkmale aus:
- Einzeleinstieg vorn
- Durchgehend nach vorn ausgerichtete Sitze mit hohen Rückenlehnen
- Gepäckablagen über den Fenstern
- Senkrechte Haltestangen nur im Türbereich, gelbe Haltegriffe an den Sitzen (ab 2005)
- Elektrische Schwenk-Schiebetüren
- Vollklimatisierung
- Sonderlackierung für den Schnellbusbetrieb mit reflektierenden Streifen
Die Busse waren auf hohen Sitzkomfort für längere Fahrtstrecken ausgelegt, mit stark eingeschränkter Mehrzweckfläche für Kinderwagen oder Rollstühle.
Hintergrund zur Beschaffung
Der Ersatz der 1994 gelieferten 84 Schnellbusse (MB O 405 N1) war nach zehn Jahren Einsatzzeit dringend nötig. Obwohl ursprünglich eine vollständige Erneuerung der Schnellbusflotte geplant war, genehmigte der Hamburger CDU-Senat nur die Finanzierung von 20 Fahrzeugen – den Wagen 6401 bis 6420.
Die restlichen Busse der alten 65er-Serie mussten deshalb noch bis 2009/10 in Betrieb bleiben und wurden erst dann durch einfacher ausgestattete Citaro-Fahrzeuge ersetzt, die sich nur durch geringfügig komfortablere Sitze von normalen Stadtbussen unterschieden.
Unser Museumsbus
Einsatz & Stationierung des Wagens 6417
- 2005–2009: Betriebshof Mesterkamp
- 2009–2014: Betriebshof Langenfelde
- 2014–2017: Rückkehr nach Mesterkamp
Alle Wagen der Serie 6401–6420 waren auf den Betriebshöfen Mesterkamp, Langenfelde und Wendemuthstraße stationiert.
Ausmusterung & Nachfolge
Im Rahmen der Umstellung auf Euro-6-Fahrzeuge und der politischen Entscheidung, ab 2020 nur noch emissionsfreie Busse zu beschaffen, wurden alle Fahrzeuge vor Baujahr 2007 – darunter auch die 64er Schnellbusse – bereits nach nur 12 Jahren vollständig ausgemustert. Die Serie wurde 1:1 durch MB O 530 Citaro LE Euro-6-Fahrzeuge (6701–6720) ersetzt.
Museumsfahrzeug 6417
- Keine Werbebeklebung während der gesamten Einsatzzeit
- Guter Allgemeinzustand bei der Ausmusterung
- Gemeinsam mit Wagen 6416 als besterhaltener Vertreter der Serie erhalten
Seit März 2018 befindet sich Wagen 6417 im Museumsbestand des HOV und dokumentiert die letzte Schnellbus-Generation mit eigenständigem Komfortkonzept vor dem Übergang zu vereinheitlichten Stadtbusmodellen.
Bedeutung
Wagen 6417 steht für das Ende einer Ära im Hamburger Schnellbusverkehr:
Ein Fahrzeugtyp, der bewusst auf komfortables Reisen mit hohem Sitzplatzangebot und Sonderausstattung ausgelegt war – in einer Zeit, als Linien mit Schnellbuszuschlag noch eine besondere Stellung im HVV einnahmen.
Mit seiner eleganten Erscheinung, der besonderen Ausstattung und seinem konsequenten Komfortkonzept ist 6417 heute ein einmaliger Vertreter eines auslaufenden Fahrzeugprinzips, das längst aus dem modernen Stadtverkehr verschwunden ist.
Bildergalerie
Weiterführende Links
KVG – Überlandbus 617
Kässbohrer Setra S 215 UL (7. Kleinserie)
Erstzulassung: 04.10.1990 – KVG
HOV-Übernahme: 10.10.2013 (Bus fast 23 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Kässbohrer Setra S 215 UL (7. Kleinserie)
- Baujahr
- 1990
- Baureihe
- 606-622
- Inbetriebnahme
- 1990
- Ausmusterung
- 2007-2013
- Erstzulassung
- 04.10.1990 – KVG
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- MAN
- Leistung
- 250 PS
- Getriebe
- Sechsgang-Schaltgetriebe ZF S6-90
- Höchstgeschwindigkeit
- 100 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 49 (53)
- Stehplätze
- 48
- Stehplatzfläche
- 6,7 m²
- Länge
- 11,11 m
- Gewicht
- 8.800kg
Historie & Besonderheiten
Die Kraftverkehr GmbH Stade (KVG) entstand 1966 aus der „Peill-Verkehrs GmbH“, einer Tochter des Postreisedienstes. Zwischen 1970 und 1982 übernahm die KVG sukzessive 12 kleinere Verkehrsunternehmen und nahezu den gesamten Post-und Bahnbusbetrieb in Nord-Niedersachsen. Mit dieser Entwicklung wuchs die KVG zur bedeutendsten Verkehrsunternehmung der Region – vergleichbar mit der Autokraft in Schleswig-Holstein. Neben wenigen Stadtverkehren lag der Fokus stets auf dem Überlandverkehr. Der Setra S 215 UL wurde 1983 entwickelt und von der KVG von 1984 bis 1994 in 148 Exemplaren beschafft. Er war ursprünglich als VÖV-II-kompatibler Überlandbus geplant, doch verhinderten Daimler-Benz und MAN durch Lieferverweigerung von Motoren eine Serienfertigung auf VÖV-Basis. Dennoch wurde der S 215 UL ein großer kommerzieller Erfolg – deutlich erfolgreicher als die O 407 oder SÜ 242 der Konkurrenz.
Unser Museumsbus
Wagen 617 entstammt der 7. Kleinserie von 1990 mit insgesamt 17 Fahrzeugen, technisch und optisch baugleich zur 1989er Serie. Er ist mit einem MAN-Sechszylindermotor und einem ZF-Sechsganggetriebe ausgestattet.
Während die meisten Fahrzeuge dieser Serie zwischen 2007 und 2009 ausgemustert wurden, nahm 617 eine Sonderrolle ein:
- Er war der erste, der karosseriemäßig generalüberholt wurde
- Wurde trotz Abstellung Ende 2011 Anfang 2012 nochmal reaktiviert
- Erreichte ein ungewöhnlich hohes Linienbuseinsatzalter von 23 Jahren
Stationiert war er ausschließlich am Betriebshof Hittfeld und wurde dort überwiegend im Raum Harburg–Hittfeld eingesetzt. Zudem kam er in mehreren Film-und Fernsehproduktionen zum Einsatz. Sein Zustand zum Zeitpunkt der Übernahme durch den HOV war – trotz des Alters – bemerkenswert gut. Am 10.10.2013 wurde der Bus feierlich in den Bestand des HOV überführt. Er repräsentiert heute im HOV die klassischen Überlandfahrzeuge der KVG.
Bildergalerie
HHA – Stadtbus 2600
MAN SL 202 (Vorführwagen)
Erstzulassung: 05.04.1989 – Reisedienst Thiesing, Osnabrück
Originalfahrzeug: 19.06.1986 – 28.09.1995 HHA
HOV-Übernahme: 30.04.2017 (Bus 28 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- MAN SL 202 (Vorführwagen)
- Baujahr
- 1986 (Museumsbus 1989)
- Inbetriebnahme
- 1986 (Museumsbus 1989)
- Ausmusterung
- 1995 (Museumsbus 2017)
- Erstzulassung
- 05.04.1989 – Reisedienst Thiesing, Osnabrück
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- D 2866 UH ( Originalbus: D 2566 UH ), geräuschgekapselt
- Leistung
- 240 PS ( Originalbus: 204 PS )
- Getriebe
- Voith D 851.2–Dreigang-Automatikgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 85 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 44
- Stehplätze
- 54
- Stehplatzfläche
- 8,0 m²
- Länge
- 11,60 m
- Gewicht
- 9.800 kg
Historie & Besonderheiten
Seit 1968 beschafften deutsche Verkehrsunternehmen standardisierte Linienbusse nach VÖV-Richtlinien. Die zweite Generation dieser Fahrzeuge – VÖV II – wurde ab 1984 eingeführt. Daimler-Benz präsentierte den O 405, MAN folgte mit dem SL 202. Obwohl die HHA zwischen 1984 und 1986 195 Stadtbusse des Typs O 405 bestellte, erhielt sie am 19.06.1986 zu Testzwecken einen MAN SL 202, der intern die Wagennummer 2600 erhielt. Die Ausstattung entsprach in weiten Teilen den HHA-Standards:
- 44 braune Schalensitze mit grünen Wollplüschpolstern
- Helle Seitenwände mit Alu-Abschlussleisten
- Zierleisten unterhalb der Werbeflächen wie bei den O 405
Verglichen mit dem O 405 bot der MAN eine spürbar agilere Motorisierung, allerdings mit härterer Federung an der vorderen Starrachse. Parallel zur HHA testete auch die VHH einen SL 202 (Wagen 8650), jedoch mit Schaltgetriebe und kleinerer Bestuhlung. Der HHA-Bus 2600 war zunächst dem Betriebshof Mesterkamp zugeordnet, wurde aber auch auf anderen Höfen erprobt. Wie alle HHA-Busse der Zeit erhielt er eine automatische KRUEGER-Fahrtzielbandanlage, jedoch keine Matrixumrüstung mehr, da er bereits 1995 ausgemustert wurde. Nach Verkauf über die Firma Alga in Sittensen kam das Fahrzeug nach Bergamo (Italien) – und verschwand dort aus dem Blickfeld.
Fahrzeug-Lebenslauf Museumsbus
Erstzulassung: 05.04.1989 – Reisedienst Thiesing, Osnabrück
Originalfahrzeug: 19.06.1986 – 28.09.1995 HHA
HOV-Übernahme: 30.04.2017 (Bus 28 Jahre alt)
Unser Museumsbus
Wiederbeschaffung & Restaurierung
2017 entdeckte ein HOV-Mitglied bei einem Busunternehmen in Osnabrück einen MAN SL 202, der mit dem HHA-2600 nahezu identisch ist – bis auf Lackierung und Polsterfarbe. Der 1989 gebaute Bus war:
- nur im Schülerverkehr eingesetzt
- von der Chefin selbst gefahren
- mit nur 490.000 km Laufleistung
- innen praktisch im Neuwagenzustand
Er wurde am 30.04.2017 vom HOV übernommen. 2019 gelang es, von einem ausgemusterten MAN SG 242 in Aachen die passenden originalen Sitzschalen und Polster zu bekommen. Dadurch konnte das Fahrzeug im Innenraum in den Zustand des HHA-Originals versetzt werden. Eine Neulackierung im HHA-Farbschema und die Umrüstung auf KRUEGER-Fahrtzielbandanlage stehen noch bevor. Auf Wunsch kann dieser Bus zudem auf 48 Sitzplätze erweitert werden, indem zwei zusätzliche Sitzreihen per Schnellverschluss im Kinderwagenbereich eingeklinkt werden. Obwohl der HOV in der Regel nur Originalfahrzeuge der HHA sammelt, wurde in diesem Fall – wie auch bei einem weiteren Ausnahmefahrzeug – ein nahezu identischer Wagen beschafft, da das Original nicht mehr verfügbar war.
Der Bus befindet sich zur Zeit in der Fertigstellung zur Zulassung.
Bildergalerie
HHA – Gelenkbus 7211
Mercedes-Benz Daimler-Benz O 305 G (2. Serie)
Erstzulassung: 22.01.1982
2. Vorbesitzer: Nordhausen
3. Vorbesitzer: KVB Osterode
HOV-Übernahme: 21.02.2009 (Bus fast 27 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Mercedes-Benz Daimler-Benz O 305 G (2. Serie)
- Baujahr
- 1982
- Baureihe
- 7201-7240
- Inbetriebnahme
- 1982
- Ausmusterung
- 1992-1993
- Erstzulassung
- 22.01.1982
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 407h, geräuschgekapselt
- Leistung
- 240 PS
- Getriebe
- Dreigang-Automatikgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 86 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 61
- Stehplätze
- 103
- Stehplatzfläche
- 5,4 m²
- Länge
- 18,55 m
- Gewicht
- 9.700 kg
Historie & Besonderheiten
Wagen 7211 gehört zur zweiten Serie der Daimler-Benz O 305 G-Gelenkbusse, die 1982 in Dienst gestellt wurden. Diese 40 Fahrzeuge (7201–7240) wurden für die stark frequentierten Linien 105, 108 und 164 beschafft und waren als Sparversion für Köln gebaut worden. Sie verfügten über braunes Kunstlederpolster, holzgemaserte Seitenwandverkleidungen, keine Geräuschkapselung des Motors, keine Schallschluckdecken, keine Nebelscheinwerfer und keine Lenkradverstellung. Die Gelenkbusse basierten auf dem von den Hamburger Fahrzeugwerkstätten Falkenried entwickelten Prototyp von 1975 mit der innovativen Knickwinkelsteuerung, die das Überknicken des Gelenks verhindert und so eine sichere Manövrierfähigkeit ermöglicht.
Unser Museumsbus
Wagen 7211 wurde nach der HHA-Ausmusterung 1993 zusammen mit 2/3 der Serie in Mainz für den Export nach Sofia in Bulgarien generalsaniert, gelangte dort aber aus unbekannten Gründen nie hin. 1993 ging er zunächst nach Nordhausen, wurde später dann als Schulbus bei den Kreisverkehrsbetrieben Osterode eingesetzt und ging nach dem Konkurs dieses Unternehmens 2008 zusammen mit allen anderen Bussen an einen Schrotthändler. Im Februar 2009 wurde der Bus vom HOV zurückgekauft und nach Hamburg überführt. Dieser Bus repräsentiert eine wichtige Entwicklung der Gelenkbus-Technik und ist heute eines der wenigen erhaltenen Exemplare der ersten Schubgelenkbus-Generation.
Bildergalerie
HHA – Stadtbus 2228
Daimler-Benz O 305 (12. Serie)
Erstzulassung: 09.02.1981 – HHA
2. Vorbesitzer: 13.05.1993 – Alois Richter GmbH & Co. Omnibus KG, Recklinghausen
3. Vorbesitzer: 13.05.1995 – Sittrich-Reisen, Köthen
HOV-Übernahme: 12.07.2013 (Bus 32 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Daimler-Benz O 305 (12. Serie)
- Baujahr
- 1981
- Baureihe
- 2201-2295
- Inbetriebnahme
- 1981
- Ausmusterung
- 1992-1993
- Erstzulassung
- 09.02.1981 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 447h
- Leistung
- 200 PS
- Getriebe
- Viergang-Automatikgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 76 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 43
- Stehplätze
- 62
- Stehplatzfläche
- 6,7 m²
- Länge
- 11,11 m
- Gewicht
- 8.800 kg
Historie & Besonderheiten
Der Wagen 2228 stammt aus der 12. Serie von 1981, die 95 Fahrzeuge umfasste und nahtlos an die baugleiche 11. Serie von 1980 anschloss. Seit 1979 waren die 43 bzw. 44 Sitzplätze in allen DB O 305 Stadtbussen der HHA mit grünem Wollplüsch bezogen – eine Entwicklung von den früheren beigefarbenen Kunstledersitzen (1.–4. Serie) über rote Kunstlederpolster (5.–7. Serie) bis hin zur „grünen Zeit“ der 8. und 9. Serie mit grünem Kunstleder. Seit der 11. Serie 1980 befand sich der Bedienhebel für die Federspeicherbremse erstmals links neben der Armaturentafel; die Haltestellenbremse wurde elektrisch mit einem Zughebel bedient. Die Busse dieser Zeit waren mit geräuschgekapseltem Motor und Automatikgetriebe ausgestattet. Ab 1980 wurden auch die Dreikammer-Heckleuchten eingeführt, ab 1981 waren die Klappengriffe nicht mehr verchromt, sondern – wie auch die Scheibenwischer – schwarz eloxiert und seitliche Reflektoren kamen hinzu. Handbediente Brose-Fahrtzielanlagen zeigten Fahrtziel und Liniennummer an; der ursprüngliche EGROLA-Zahltisch wurde später durch eine Krauth-Kasse ersetzt.
Unser Museumsbus
Wagen 2228 war zuerst auf dem Betriebshof Schützenhof in Altona stationiert, wechselte 1988 nach der politisch motivierten Schließung des Betriebshofs zum Btf. Mesterkamp, 1989 nach Wandsbek und 1991 nach Harburg, wo er 1992 ausgemustert wurde. Während seiner Einsatzzeit trug der Wagen verschiedene Werbungen, u.a. eine Pop-Werbung für das Reiseland Tunesien und eine weiße Vollwerbung für Fielmann.
Nach der Ausmusterung ging der Bus 1993 zur Firma Alois Richter in Recklinghausen, wurde dort 1994 stillgelegt und kam 1995 zu Sittrich-Reisen in Köthen, wo er bis 2004 abgestellt war. Mit fast 25 Jahren im Betrieb erreichte der Bus ein für Stadtbusse ungewöhnlich hohes Alter und war dabei noch in erstaunlich gutem Zustand. Der HOV konnte den Bus 2013 in seine Sammlung aufnehmen, wo er die „grüne Ära“ der HHA-O 305-Busse repräsentiert. Die 480 km lange Überführung nach Hamburg verlief problemlos; Motor, Getriebe, Lenkung, Achsen und Bremsen waren intakt. Der Bus benötigt noch eine Unterbodensanierung, bevor er wieder zugelassen wird.
Bildergalerie
PVG – Stadtbus 184
Daimler-Benz O305 (10. Kleinserie)
Erstzulassung: 26.01.1977 – PVG
HOV-Übernahme: 28.06.1991 (symbolischer Preis 1 DM)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Daimler-Benz O305 (10. Kleinserie)
- Baujahr
- 1977
- Baureihe
- 184 – 189
- Inbetriebnahme
- 1977
- Ausmusterung
- 1991
- Erstzulassung
- 26.01.1977 – PVG
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 407h (geräuschgekapselt)
- Leistung
- 200 PS
- Getriebe
- Dreigang-Automatikgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 76 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 36
- Stehplätze
- 72
- Stehplatzfläche
- 7,2 m²
- Länge
- 11,11 m
- Gewicht
- 8850 kg
Historie & Besonderheiten
Der PVG-Wagen 184 ist charakteristisch für die Busbeschaffungen der Pinneberger Verkehrs-Gesellschaft mbH zwischen 1973 und 1984. Die PVG entstand am 1.10.1972 aus der A.u.H. Reimers Autobus KG und betrieb mit Mehrheitsbeteiligung der HHA Auftragsverkehre im Hamburger Westen sowie eigene Linien mit teils überlandmäßigen Konzessionen westlich von Hamburg. Die PVG übernahm viele Büssing-Busse der Vorgängerfirma, bevor 1973 die ersten Daimler-Benz O 305 angeschafft wurden. Die zuletzt von Reimers noch beschafften, ersten drei O 305 (134-136) verfügten noch über Vollbestuhlung und eine dunkelrote Lackierung.
Um alte Fahrzeuge rascher ausmustern zu können, übernahm die PVG 1974 elf Daimler-Benz O 305 der Baujahre 1969-71 von der HHA, die sie in ihren Fuhrpark integrierte. Die Busse der 10. Lieferung seit 1973 (Wagen 184–189) wurden 1977 geliefert und waren mit geräuschgedämmtem Motor und Dreigang-Automatikgetriebe ausgestattet, was den Fahrkomfort verbesserte. Die Innenausstattung bestand bei allen Eigenbeschaffungen 1973-1984 aus rot-schwarzen Kunstlederpolstern und Seitenverkleidungen in dunkler Holzimitation. Die Bestuhlung war auf der Fahrerseite bis zur Mitteltür als Einzelsitze ausgeführt („kleine“ Bestuhlung). Im Unterschied zur HHA hatten PVG-Busse bis 1977 nur einteilige Liniennummernbänder.
Unser Museumsbus
Wagen 184 wurde 1991 im Rahmen einer kleinen Feier symbolisch an den HOV übergeben und diente später als Verkaufs-und Ausstellungsbus mit Vitrinen zur Präsentation von Modellfahrzeugen. Er benötigt noch viel „unterseitige Zuwendung“, bevor er wieder einsetzbar ist.
Bildergalerie
HHA – Schnellbus 5702
Magirus-Deutz 150 R/L 12 – Typ „Hamburg“
Erstzulassung: 30.12.1966 – HHA
2. Vorbesitzer: 05.07.1973 – Paul Schlachter, Hamburg
HOV-bernahme: 25.07.1977 (Bus 10 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Magirus-Deutz 150 R/L 12 – Typ „Hamburg“
- Baujahr
- 1966
- Baureihe
- 5701-5719 (5701-5703 reisefähig)
- Inbetriebnahme
- 1967
- Ausmusterung
- 1972-1973
- Erstzulassung
- 30.12.1966 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- F6L 714
- Leistung
- 150 PS
- Getriebe
- Viergang-Schaltgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 68 km/h (gedrosselt von 98 km/h)
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 45
- Stehplätze
- 37
- Stehplatzfläche
- 3,70 m²
- Länge
- 11,50 m
- Gewicht
- 7.650 kg
Historie & Besonderheiten
Wagen 5702 entstammt der 7. und letzten Saturn II-Schnellbusserie – dem Höhepunkt der Schnellbus-Entwicklung bei der HHA in den 1960er Jahren. Die komfortablen Federkernsitze mit hochgezogenen Rückenlehnen und Plüschbezug (abwechselnd rot und blau), kombiniert mit einer weichen Luftfederung, boten einen Fahrkomfort, der heute kaum noch erreicht wird. Das Warmluft-Heizungssystem mit Fußbodenkanälen sorgte für eine besonders effiziente und gleichmäßige Wärmeverteilung im Winter – ein klarer Vorteil gegenüber den sogenannten Medium-Heizungen der Konkurrenz (Büssing, MAN, Daimler-Benz). Wagen 5701–5703 waren reisefähig ausgestattet, mit Gardinen, Gepäcknetzen, Reserveradfach unter dem Fahrersitz und Werkzeugfach hinten links. Alle 57er verfügten außerdem über eine automatische BROSE-Fahrtzielbandanlage, wie sie auch 1965-68 in alle Straßenbahn-Triebwagen der HHA eingebaut wurde – im Busbereich allerdings nur 1964/65 versuchsweise.
Der Bus 5702 wurde zunächst dem Betriebshof Krohnskamp zugewiesen, später nach dessen Stillegung im August 1967 dem neuen Betriebshof Mesterkamp überstellt. Dort war er hauptsächlich auf der Linie 37 im Einsatz. Bereits nach nur sechs Jahren wurden alle 57er im Zuge einer Typenbereinigung der HHA wieder ausgemustert. 14 Wagen gingen an das Wiener Unternehmen Dr. Richard, wo sie dank guter Pflege noch über ein Jahrzehnt lang im Einsatz blieben. Der 5702 war der einzige 57er, der nach dem HHA-Dienst noch im Auftragsverkehr fuhr – für die Firma Paul Schlachter auf den Linien 262 und später 276. Nach dem Entzug der Auftragsverkehre zum Winterfahrplan 1976/77 wurde der Bus 1977 ausgemustert.
Unser Museumsbus
Noch vor der offiziellen Gründung des HOV konnte der Wagen 5702 – zunächst ohne Motor – als eines der ersten Museumsfahrzeuge gesichert werden. Der Motor des Ersatzteilspenders 5712 wurde im Sommer 1977 mit Unterstützung der Firma Jürgen Pelka eingebaut. Auch zahlreiche Sitzpolster stammen aus dem Spenderfahrzeug.
Die Restaurierung des Wagen 5702 begann 1977 mit dem Einbau eines Motors und Getriebes, da der HOV den Bus ohne diese Aggregate erworben hatte. Von 1977 bis 1979 erfolgte die Aufarbeitung der Karosserie mit der Neulackierung des unteren, rosa Bereichs. Eine damals geplante Zulassung des Fahrzeugs scheiterte an der massiv durchgerosteten Rahmen-Bodengruppe.
Auf Grund der folgenden jahrelangen Freiaufstellung und defektem Motor erfolgte ab 1987 bis 1991 eine zweite Restaurierung mit (erneut) neuem Motor und einer erneuten Aufarbeitung der Karosserie mit neuen Gardinen im Innenraum und anschließender Komplett-Neulackierung des Busses zur optischen und funktionellen Wiederherstellung als museales Ausstellungsfahrzeug.
Bildergalerie
HHA – Kleinbus 6500
Daimler-Benz / Ernst Auwärter O 319 D
Erstzulassung: 26.10.1965 – HHA
02.1973 – ausgeliehen an FFG als Werkstatt-/Transportwagen
2. Vorbesitzer: 17.12.1974 –
Omnibus-Verwertung Ewald Lemke, Hamburg
3. Vorbesitzer: 1975 –
Kurt Bauschus, Hamburg
HOV-Übernahme: 22.11.1976 (Bus 11 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Daimler-Benz / Ernst Auwärter O 319 D
- Baujahr
- 1965
- Baureihe
- 6500-6505
- Inbetriebnahme
- 1965
- Ausmusterung
- 1969 / 1974
- Erstzulassung
- 26.10.1965 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 621 III
- Leistung
- 55 PS
- Getriebe
- Viergang-Schaltgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 98 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 14
- Stehplätze
- 9
- Stehplatzfläche
- 0,90 m²
- Länge
- 6,04 m
- Gewicht
- 2.600 kg
Historie & Besonderheiten
Die sechs Kleinbusse der Serie 6500–6505 ersetzten 1965 die letzten Busse der ersten Citybus-Generation von 1958. Sie kamen auf den verbliebenen drei Kleinbuslinien zum Einsatz: Einer auf der Ringlinie V1 in Volksdorf, die übrigen fünf auf den Blankeneser Linien B6 und B8. Wie die Vorgänger erhielten sie Stadtbus-Ausstattung mit rot-blauen Kunstledersitzen sowie die creme-rote Lackierung. Im Gegensatz dazu mussten Fahrgäste jedoch den Schnellbus-Tarif entrichten. Obwohl die neuen Wagen über einen Meter länger waren, boten sie kaum mehr Platz – ein zusätzlicher Sitzplatz, dafür weniger Stehplätze. Die neuen Innen-Schwenktüren ersetzten die bisherigen Außenschwenktüren, auf die modische, aber aufheizende Dachrandverglasung wurde verzichtet. Eine Besonderheit: der Einsatz eines SOLARI-Fallblatt-Fahrtzielanzeigers in der Front – technisch innovativ, aber störanfällig. Der eingebaute OM 621 III-Motor mit 55 PS – identisch mit dem der Mercedes-PKW 200 D – war für den Stadtverkehr unterdimensioniert, besonders am steilen Waseberg in Blankenese. So musste bei Wagen 6500 in nur neun Jahren neunmal der Motor gewechselt werden. Die Karosserie stammte vom Karosseriehersteller Ernst Auwärter. Dach und Heckscheiben waren aus Kunststoff, die Seitenwände aus Aluminium. Ab 1969 wechselte 6500 auf die Volksdorfer Linie und war bis 1972 dem Betriebshof Mesterkamp zugeordnet. 1973 wurde er als Werkstattwagen an die FFG verliehen, bevor er 1974 ausgemustert und an den Verwerter Lemke übergeben wurde. Von dort gelangte er zu Kurt Bauschus, der ein Wohnmobil daraus bauen wollte – ein Vorhaben, das nie realisiert wurde.
Unser Museumsbus
Im November 1976 konnte der stark beschädigte Bus durch den HOV vor der Verschrottung bewahrt werden. Besonders der Einstieg und die Frontpartie mussten aufwendig erneuert werden.
Die Restaurierung des Wagens 6500 begann im Jahre 1977 mit der Wiederherstellung des zusammengebrochenen vorderen Trittkastens, einer fabrikneuen Frontstoßstange und Neulackierung der Front. 1989 wurde die noch zu HHA-Zeiten erneuerte und damals falsch (zu hoch) montierte Frontecke links entfernt und in korrekter Position neu eingebaut. Danach wurde die gesamte Front erneut aufgearbeitet und neu lackiert. Ebenfalls in 1989 sind alle Sitzgestelle der Bestuhlung entrostet und neu lackiert worden.
Bei den Arbeiten handelte es sich nicht um eine zulassungsfähige Komplettrestaurierung, sondern um eine optische und funktionelle Wiederherstellung als museales Ausstellungsfahrzeug.
Bildergalerie
HHA – Stadtbus 6499
Büssing Präfekt 13 D – Typ „Hamburg“ (Prototyp)
Erstzulassung: 15.06.1965 – HHA
2. Vorbesitzer: 23.10.1970 –
Verden-Walsroder Eisenbahn GmbH, Verden
HOV-Übernahme: 05.08.1980 (Bus 15 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Büssing Präfekt 13 D – Typ „Hamburg“ (Prototyp)
- Baujahr
- 1965
- Baureihe
- Einzelstück (Probewagen)
- Inbetriebnahme
- 1965
- Ausmusterung
- 1970
- Erstzulassung
- 15.06.1965 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- U7
- Leistung
- 150 PS
- Getriebe
- Viergang-Schaltgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 80 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 41
- Stehplätze
- 68
- Stehplatzfläche
- 6,83 m²
- Länge
- 11,32 m
- Gewicht
- 8.010 kg
Historie & Besonderheiten
Wagen 6499 war ein Prototyp und zugleich der einzige Büssing-Bus vom Typ „Präfekt 13 D“ bei der HHA. Er wurde im Juni 1965 nach der Präsentation auf der Internationalen Verkehrsausstellung IVA in München in Betrieb genommen – gemeinsam mit dem ebenfalls auf der IVA ’65 vorgestellten Schnellbus-Probewagen Magirus-Deutz 150 S 10, Nr. 5499. Technisch unterschied sich der Bus deutlich von der Serienausführung Senator 12 D: Er war der einzige Hamburger Büssing mit einer kompletten Scheibenbremsanlage und der innovativen BROSE-Fahrtzielbandautomatik mit Linienverlaufsdarstellung. Zudem verfügte er – wie alle Büssing-Busse dieser Baureihe – über Servolenkung, eine Federspeicher-Feststellbremse sowie einen besonders laufruhigen, wassergekühlten Dieselmotor. Im Fahrbetrieb fiel insbesondere die lastabhängige Bremse auf, die bei ungeübten Fahrern teils überraschend verzögerte und dann heftig zupackte – ein typisches Büssing-Merkmal. Wagen 6499 wurde ausschließlich auf den Linien 51 und 52 (später 111 und 112) eingesetzt und bereits 1970 ausgemustert. Danach gelangte er zur Verden-Walsroder Eisenbahn GmbH, wo er weitere 10 Jahre bis 1980 gut gewartet weitergenutzt wurde.
Unser Museumsbus
Der HOV übernahm das Fahrzeug 1980. Eine vollständige Restaurierung steht noch aus, da sich der Bus in einem insgesamt guten Zustand befindet. Dennoch sind eine Motorüberholung, die Konservierung des Unterbodens und eine professionelle Neulackierung für die Zukunft vorgesehen.
Die Restaurierung des Wagen 6499 wurde durchgeführt im Jahre 1980 mit dem Wiedereinbau der automatischen Brose-Fahrtzielbandanlage und der Aufarbeitung und Neulackierung des unteren, roten Karosseriebereichs.
Bei den Arbeiten handelte es sich nicht um eine zulassungsfähige Komplettrestaurierung, sondern um eine optische und funktionelle Wiederherstellung als museales Ausstellungsfahrzeug.
Bildergalerie
HHA – Stadtbus 7450
Magirus-Deutz Saturn II – Typ „Hamburg“ (5. Serie)
Erstzulassung: 20.10.1964 – HHA
2. Vorbesitzer: 30.06.1972 – Engler / FFG, Hamburg
3. Vorbesitzer: Aue-Ring, Trittau
HOV-Übernahme: 23.08.1987 (Bus 23 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Magirus-Deutz Saturn II – Typ „Hamburg“ (5. Serie)
- Baujahr
- 1964
- Baureihe
- 7400-7484
- Inbetriebnahme
- 1964
- Ausmusterung
- 1971-1975
- Erstzulassung
- 20.10.1964 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- F6L 714
- Leistung
- 125 PS
- Getriebe
- Viergang-Schaltgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 75 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 33
- Stehplätze
- 57
- Stehplatzfläche
- 5,71 m²
- Länge
- 10,10 m
- Gewicht
- 6.895 kg
Historie & Besonderheiten
Wagen 7450 stammt aus der 5. Serie des Saturn II „Typ Hamburg“, die zur Ablösung der ersten Serien von 1958/59 beschafft wurde. Die Busse erhielten erstmals Lautsprecheranlagen und Funkgeräte zur Verbindung mit der Leitstelle Wandsbek-Markt, weswegen die gesamte Serie dem Betriebshof Wendemuthstraße in Wandsbek zugewiesen wuerde. Die Sitzplatzanordnung wurde für einen besseren Kinderwagentransport geändert. Gegenüber der Mitteltür wurden vier Doppelsitze durch Einzelsitze und auf der Türseite fünf bisherige Einzelsitze durch Doppelsitze ersetzt. So konnten Kinderwagen besser transportiert werden, da sie nicht mehr den Mittelgang versperrten. Als zusätzliche Einstiegshilfe für Kinderwagen war der Haarnadelteiler der Ausstiegstür fortan nicht mehr mittig, sondern seitlich versetzt angeordnet. Die Farbe der Kunstlederpolster und Sitzlehnen-Rückwände war nun nicht mehr abwechselnd rot und grün, sondern rot und blau mit schwarzem Strichmuster.
Unser Museumsbus
Nach Ausmusterung 1970 wurde der Bus 7450 kurz abgestellt, war aber bis 1971 noch einmal im Einsatz. 1987 wurde er als Rennleitungs-Unterkunft am Aue-Ring in Trittau entdeckt und nach Fredesdorf überführt. Die Inneneinrichtung wurde 1987 von ausgemusterten HHA-Bussen aus Wien beschafft, die Innenraumrestaurierung 2025 abgeschlossen.
Wagen 7450 repräsentiert die typische Ausstattung der Saturn II-Busse von 1964–67 und unterscheidet sich in Details wie der mittleren Deckenhöhe und der Bestuhlung von älteren Modellen der Baujahre 1959-1963, wie Museumsbus 6799.
Die Restaurierung des Wagens 7450 begann im Jahre 1987 mit der Sicherstellung einer kompletten Bestuhlung aus mehreren anderen Omnibussen aus derselben HHA-Serie, die beim Verkehrsbetrieb Dr. Richard in Wien zur Verschrottung anstanden.
In 1997 erfolgte dann die Instandsetzung der eingedrückten Fahrzeugfront-Trägerkonstruktion einschließlich einer Erneuerung der kompletten Frontmaske und der Erneuerung der Motorhaube, 1998 wurde dann der untere, rote Karosseriebereich instandgesetzt und neu lackiert. 1999 musste der Kraftstofftank durch einen einzelangefertigten Nachbau ersetzt werden. In 2002 wurde die Bremsanlage instandgesetzt, dabei die sechs Radbremszylinder und der Hauptbremszylinder grundüberholt sowie alle Bremshydraulikrohre erneuert.
Von 2020 bis 2025 erfolgte die Aufarbeitung mit Neulackierung der gesamten Fahrzeugkarosserie innen und außen mit der Zielsetzung: „Wiederherstellung des letzten Betriebszustands bis zur Außerdienststellung des Wagens 7450 bei der HHA im Jahre 1972“ Dabei handelte es sich nicht um eine zulassungsfähige Komplettrestaurierung, sondern um eine optische und funktionelle Wiederherstellung als museales Ausstellungsfahrzeug.
Im Jahre 2024 diente der Wagen 7450 als optische Vorlage für die äußere Gestaltung des Retro-Designs des fabrikneuen eCitaro Wagen 2425.
Bildergalerie
HHA – Stadtbus 6495 (ex. 264)
Daimler-Benz O 321 H (1. Serie)
Erstzulassung: 21.07.1955 – Städtische Verkehrsbetriebe Konstanz (Wagen 18)
2. Vorbesitzer: 16.07.1971 – Fahrschule Josef Kloos
HOV-Übernahme: 08.10.1988 (Bus 33 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Daimler-Benz O 321 H (1. Serie)
- Baujahr
- 1955
- Baureihe
- 255-274
- Inbetriebnahme
- 1955
- Ausmusterung
- 1961
- Erstzulassung
- 21.07.1955 – Städtische Verkehrsbetriebe Konstanz (Wagen 18)
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 321
- Leistung
- 110 PS
- Getriebe
- Viergang-Schaltgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 76 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 26
- Stehplätze
- 53
- Stehplatzfläche
- 5,70 m²
- Länge
- 9,23 m
- Gewicht
- 5.510 kg
Historie & Besonderheiten
Die Hamburger Hochbahn AG beschaffte zwischen 1955 und 1959 insgesamt 12 Kleinserien vom Typ Daimler-Benz O 321 H – teils als Stadtbus (60 Stück), teils als sog. „Schnellbus“ (102 Stück). 20 Stadtbusse wurden 1959 nachträglich zu Schnellbussen umgebaut. Die Schnellbusse unterschieden sich von den Stadtbussen durch die Dachrandverglasung und fünf zusätzliche Sitzplätze sowie ein Radio mit Lautsprecher im Heck.
Die reinen Stadtbusse boten im Normalbetrieb 26 Sitz- und 53 Stehplätze, über 40 km/h durften jedoch nur 31 Stehplätze in Anspruch genommen werden.
Die Stadtbusse der 1. Serie (255–274) erhielten ab 1959 die Nummern 6400–6419, wobei der 6495, der ursprünglich als Wagen 264 im Einsatz war, die Nummer 6409 bekommen sollte, jedoch zu einem Fahrschulwagen umgebaut wurde und daher die Nummer 6495 bekam. Insgesamt wurden sieben Stadtbusse für diesen Zweck umnummeriert.
Unser Museumsbus
Der originale HHA-Wagen 6495 wurde 1961 an den Omnibushändler Auto-Welsch verkauft, blieb dort aber bis 1982 ungenutzt auf einer Wiese stehen und war später nicht mehr zu retten. Erst 1988 konnte ein baugleiches Fahrzeug aus Konstanz erworben werden – der Konstanzer Wagen wies nur wenige Fahrgestellnummern Unterschied zum Hamburger Original auf und war ebenfalls als Fahrschulbus genutzt worden.
Die aufwendige Totalrestaurierung dieses Fahrzeugs – über Jahre hinweg nahezu im Alleingang einer einzelnen Person – umfasste u.a.:
- Montage des HHA-typischen Dach-Liniennummernkastens
- Umgestaltung der Innenbeleuchtung
- Einbau von Einzelsitzen auf der rechten Seite
- Änderung der Polsterfarbe von braun auf rot
- Umbau des Trittkastens an der Vordertür
- Einbau eines Holzlattenfußbodens
Zudem konnten originale Teile wie das Wagennummernschild des echten 6495 in das Fahrzeug übernommen werden.
Mit dieser intensiven Restaurierung zählt der Wagen 6495 heute zu den historisch bedeutendsten und authentischsten Fahrzeugen im HOV-Bestand.
Die Restaurierung des Wagens 6495 begann im Jahre 1989 mit der kompletten Zerlegung des Fahrzeugs und dann ab 1991 mit dem Neuaufbau der Rahmen-Bodengruppe einschließlich Achsaufhängung mit anschließender Neu-Verblechung in 1992, neuem Holzfußboden im Innenraum und Neulackierung des Fahrzeugs 1993. In 1994 und 1995 erfolgte dann der Innenausbau mit einer Grundüberholung bzw. Erneuerung der Bestuhlung und der Innenverkleidungen.
Die Restaurierung des Wagens 6495 mit Neuaufbau wurde nach den baulichen HHA-Vorgaben von 1955 durchgeführt. Ziel der Arbeiten war eine zulassungsfähige Komplettrestaurierung.
Im Jahre 1998 erfolgte dann die HU-SP-AU-Abnahme des 6495 und Zulassung auf den HOV mit H-Kennzeichen. In 2000 wurde die Hinterachse erneuert und der Wagen dann auf die HHA umgemeldet.
Bildergalerie
HHA – Stadtbus 1608
EvoBus Mercedes-Benz O 405 N2 (1. Serie)
Erstzulassung: 04.12.1996 – HHA
2. Vorbesitzer: 31.03.2010 – Hahne Reisen KG, Bad Sachsa
3. Vorbesitzer : 18.10.2012 – HaFaOne, Hamburg
HOV-Übernahme: 31.07.2013 (Bus fast 17 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- EvoBus Mercedes-Benz O 405 N2 (1. Serie)
- Baujahr
- 1996
- Baureihe
- 1601–1612
- Inbetriebnahme
- 1996
- Erstzulassung
- 04.12.1996 – HHA
Historie & Besonderheiten
Mit der Einführung des O 405 N2 ab 1994 wurde die Karosserieform der Mercedes-Niederflurbusse überarbeitet. Hauptmerkmal: niedriger gesetzte Fensterlinie zwischen den Türen, um trotz fehlender Sitzpodeste den Blick nach draußen zu ermöglichen. Die HHA entschied sich bewusst gegen diese podestlose Ausführung – und behielt die Sitzpodeste bei. Dadurch konnten die Sitzplätze auf der Vorderachse beibehalten bleiben.
Im Gegensatz zu den Vorgängerserien wurden bei den 16ern zum ersten Mal die beiden Doppelsitze über der Vorderachse (Türseite) durch einen breiten Einzelsitz ersetzt – eine Konfiguration, die in anderen Städten (z. B. Lübeck oder bei der VHH) den Platz für Entwerter freimachte.
Eine weitere Neuerung war die entgegengesetzte Sitzanordnung der vorletzten Reihe im Heck, um Vandalismus entgegenzuwirken. Dadurch entstanden zwei Coupé-Sitzgruppen mit Vierer-Bestuhlung, was allerdings keine senkrechten Haltestangen mehr zuließ – die Haltewunschknöpfe wanderten in die horizontalen Haltestangen unter der Decke.
Innenraum
- Klassisch grün gepolsterte HHA-Sitze sowie braune Seitenwände und Haltestangen (wie N1)
- Halogenspots statt Leuchtstoffröhren in der Decke
- Handbediente Rollstuhlrampe an der Mitteltür (statt störanfälliger Elektrorampe)
- Durchgehende Konvektorheizungskanäle statt drei einzelner Untersitz-Heizgebläse
- Vier Luft-Absauggebläse in der vom Fahrer zu bedienenden vorderen Dachklappe
Einsatzorte und Stationierungen
Alle 12 Busse wurden zunächst dem Betriebshof Wendemuthstraße (Wandsbek) zugewiesen. Bereits im März 1997, kurz vor der Anlieferung der 17er-Serie, wechselten 1609–1612 nach Harburg.
Besonderheiten und Ausstattung
Lackierung & Designmerkmale
Die Serie wurde ab Werk ohne den roten Zierstreifen oberhalb der Fenster geliefert. Bei vielen Fahrzeugen wurde dieser aber später im Zuge von Werbeanbringungen oder -entfernungen ergänzt.
Wagen 1608 und 1607 waren die einzigen 16er, die nie Band- oder Ganzwerbung trugen – und daher auch nie den großen „HOCHBAHN“-Schriftzug auf dem linken Türflügel erhielten.
Ungewöhnlich: Die kleinformatigen Wagennummern, wie zuletzt 1991 bei den 10ern verwendet – ein Indiz für die kurzfristige Beschaffung der Fahrzeuge, die ursprünglich gar nicht für die HHA vorgesehen waren – auch erkennbar am nachträglich verkürzeten Sitzpodest der Fahrerseite.
Auch die Kennzeichenvergabe spricht dafür: Während für die 1997 zu liefernden „17er“ bereits HH-GC 401–470 reserviert waren, erhielten die „16er“ fortlaufend die Nummern HH-GC 481–492 – außerhalb der üblichen Systematik.
Besondere Ausstattung
- Versuchsweise eingebauter Rußpartikelfilter
(Vorläufer der serienmäßigen Abgasreinigung bei den 17ern)
- Hinterleuchtete Werbetafel an der Fahrerkabinenrückwand – ein Detail, das später nur bei wenigen 17ern beibehalten wurde
Wagen 1608 steht als „N2“ exemplarisch für den Übergang zwischen den Generationen des Hamburger Stadtbusses – als Bindeglied zwischen den klassischen O 405 N1 und dem modernen Citaro, mit Detailveränderungen, Prototyp-Technik und kurzfristiger Beschaffung.
Museumsbus & Restaurierung
Wagen 1608 wurde 2013 vom HOV übernommen – er war der letzte Stadtbus, bei dem die klassischen grünen Sitzpolster durch rot-schwarze HOCHBAHN-Polster im neuen Corporate Design ersetzt wurden.
Allerdings war die Qualität dieser Aufarbeitung mangelhaft aufgund schlechter Stoffqualität und unsauberer Verarbeitung. Daher wurden beim Museumsbus zunächst die besser erhaltenen HOCHBAHN-Polster aus Wagen 1231 verbaut (dem Versuchsträger dieses Polsterdesigns). Später erhielt 1608 wieder grüne Ursprungspolster – dabei wurden auch beschädigte Sitzschalen ersetzt.
Bildergalerie
HHA – Stadtbus 1014
Mercedes-Benz O 405 N (1. Serie)
Erstzulassung: 8.07.1991 – HHA
2. Vorbesitzer: 07.01.2004 – Bernhard Buckting Busreisen, Coesfeld
HOV-Übernahme: 07.10.2012 (Bus 21 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Mercedes-Benz O 405 N (1. Serie)
- Baujahr
- 1991
- Baureihe
- 1011–1023
- Inbetriebnahme
- 1991
- Ausmusterung
- 2003
- Erstzulassung
- 8.07.1991 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 447h, geräuschgekapselt
- Leistung
- 214 PS (157 kW)
- Getriebe
- ZF Ecomat
- Höchstgeschwindigkeit
- 88 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 41
- Stehplätze
- 56
- Stehplatzfläche
- 8,57 m²
- Länge
- 11,73 m
- Gewicht
- 10.450 kg
Historie & Besonderheiten
Mit dem Mercedes-Benz O 405 N begann 1991 bei der Hamburger Hochbahn das Zeitalter der echten Niederflurbusse. Nach Jahren der Übergangstechnologien (abgesenkte Mittelflure ohne stufenfreien Zugang) stellte die HHA mit der ersten Serie (Wagen 1011–1023) einen wichtigen Schritt in Richtung barrierefreier Nahverkehr dar.
Eigentlich wollten die Hamburger Verkehrsbetriebe ab 1985 in großem Stil ihren VÖV I-Wagenpark durch den neuen, eckigen „Standardlinienbus II“ ersetzen (so erwarb die HHA 1984-1987 insgesamt 195 Stadt- und 50 Gelenkbusse). Um die Serienreife des stufenlosen Niederflurbusses abzuwarten und nicht weiterhin große Stückzahlen von Hochbodenfahrzeugen zu beschaffen, die nach dem Entwicklungsstand der Technik nicht behindertengerecht waren, setzten sie ihre Fahrzeugbeschaffungen 1988-1990 aus. So beschaffte die HHA 1990 nur jeweils 3 Probewagen von Mercedes-Benz und MAN. Diese hatten noch die gleiche Sitz- und Türanordnung wie die Hochbodenfahrzeuge, nur die Türauffangräume und der Mittelgang dazwischen waren stufenlos abgesenkt. Wegen der hinter der Mitteltür unveränderten Hinterachse und Motorüberbauung musste eine (gelb markierte und beleuchtete) Stufe im Gang zu den hinteren Sitzplätzen angeordnet werden. Schnell gelangte man zu der Erkenntnis, dass hier ein Gefährdungspotential für die Fahrgäste lag und sah sich gezwungen, die Ausstiegstür um ein halbes Fensterfeld nach vorn zu verlegen, um den Fußboden nach hinten rampenartig ansteigen lassen zu können. Gleichzeitig konstruierten die Hersteller eine unter dem Fußboden angeordnete, elektrisch ausfahrbare Rampe an der Mitteltür, die allerdings wegen ihrer Störanfälligkeit und Langsamkeit den Betrieb erheblich behinderte und ab 1996 nachträglich durch handbediente Klapprampen ersetzt wurde. Zusätzlich waren alle Niederflurbusse zur Türenseite hin per Tastendruck absenkbar. Eine erste kleine Serie von 13 Bussen wurde im Sommer 1991 an die HHA ausgeliefert und bewährte sich, so dass ab Ende 1991 bis 1994 in großer Stückzahl Neubeschaffungen dieses „Mercedes-Benz O 405 N1“ alle alten Standardlinienbusse I der letzten Baujahre 1979-1984 ersetzen konnten.
Die Tieferlegung des Wagenbodens und die damit verbundene Anordnung aller Sitzplätze auf Podesten erforderte eine Neukonstruktion der Vorderachs-Radkastenüberbauung. Diese speziellen Kunststoffschalen kamen aber erst ab Herbst 1992 beim „N1“ zum Einbau. Die ersten beiden Serien („N0“) von 1991 (1011-1023) und 1991/92 (1101-1184) erhielten über den vorderen Radkästen noch schwarze Stahlrohr-Sitzkonstruktionen, wie sie bis 1984 in den alten Daimler-Benz O 305 eingebaut worden waren. Auch war hier noch auf die Podeste eine weitere, zusätzliche Stufe aufgesetzt. Das Auspuffrohr endete mittig unterhalb des „Euro-0“-Motors. Ab Herbst 1992 musste für den Nachfolgemotor, der die Abgasnorm “Euro-2“ erfüllen sollte, die Karosserie um 18 cm verlängert werden – erkennbar an den vergrößerten, letzten Seitenfenstern. Fortan endete das Auspuffrohr wieder in der hinteren linken Ecke der Karosserie und erlaubte so eine komplette Geräuschkapselung des Motors.
Unser Museumsbus
Wagen 1014 gehörte zum ersten Niederflur-Kontingent der HHA und war – wie die Hälfte der ersten Lieferung – für den Betriebshof Hummelsbüttel zum Betrieb der Linie 179 bestimmt. Im Laufe seiner Einsatzzeit wurde er mehrmals zwischen den Betriebshöfen umgesetzt:
- 18.07.1991: Inbetriebnahme am Betriebshof Mesterkamp
- 17.09.1991: Umsetzung nach Hummelsbüttel
- 30.09.1996: Verlegt nach Langenfelde
- 20.06.1998: Zurück nach Mesterkamp
- 15.06.2002: Letzte Einsatzstelle erneut Hummelsbüttel
Insgesamt war er 12 Jahre im Linienbetrieb in Hamburg im Einsatz, bevor er 2003 ausgemustert wurde.
Im Januar 2004 gelangte er zur Firma Buckting Reisen (Coesfeld), wo er bis 2012 im Schülerverkehr lief – mit nur wenigen Veränderungen gegenüber dem Originalzustand.
Als 2012 die Möglichkeit bestand, dieses gut erhaltene Exemplar zurückzuholen, entschied sich der HOV zur Aufnahme in die Sammlung. Wagen 1014 befindet sich nahezu im Originalzustand von 1991:
- Originale KRUEGER-Matrixanzeigen
- Elektrische Rampe (statt Handrampe)
- Ursprüngliche „Wagen hält“-Anzeige im Mittelgang
- Dritte Blink-Leuchte über der Mitteltür (einzig bei 1. Serie)
- Innenausstattung: braune Seitenwände, grüne Plüschsitze, dunkle Haltestangen
Mit der großen, ungeteilten Frontscheibe setzte die O 405 N-Baureihe einen neuen Maßstab für das Erscheinungsbild der Hamburger Stadtbusse. Der Wagen weist trotz des Alters noch viele Originalbauteile auf, allerdings waren bei der Übernahme Reparaturen an Lenkung, Bremsen und Federung erforderlich – ein Umstand, den auch andere Museumsfahrzeuge wie der Schnellbus 6502 teilten.
Wagen 1014 steht heute im HOV als erstes Niederflurfahrzeug der HHA für eine bedeutende technologische Zäsur in der Geschichte des Hamburger Nahverkehrs.
Bildergalerie
HHA – Gelenkbus 7714
Daimler-Benz Mercedes-Benz O405 G (1. Serie)
Erstzulassung: 19.05.1987
2. Vorbesitzer: 03.2003 – Alga, Sittensen
3. Vorbesitzer: 2006 – Omnibusbetrieb Arendt, Munkboe/Ostfriesland
HOV- Übernahme: 27.02.2016 (Bus 28 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Daimler-Benz Mercedes-Benz O405 G (1. Serie)
- Baujahr
- 1987
- Baureihe
- 7701-7750
- Inbetriebnahme
- 1987
- Ausmusterung
- 2001-2002
- Erstzulassung
- 19.05.1987
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 447h
- Leistung
- 240 PS / 177kW
- Getriebe
- Dreigang-Automatikgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 90 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 59
- Stehplätze
- 89
- Stehplatzfläche
- 12,47 m²
- Länge
- 17,47 m
- Gewicht
- 14.455 kg
Historie & Besonderheiten
Im Jahr 1987 beschaffte die HHA ihre erste und einzige Serie des Typs Mercedes-Benz O 405 G in zwei Tranchen (7701–7725 im Frühjahr und 7726–7750 im Sommer), um Linien wie die 155, 111 und 182 auf Gelenkbusbetrieb umzustellen. Mit dieser Serie hielt auch erstmals das neue HVV-Farbschema Einzug ins Stadtbild: unten rot, darüber weiß mit rotem Fensterzierstreifen–abgeleitet von der Farbgebung der PVG ab 1985. Die Wagen 7744–7750 wurden dagegen schneeweiß ausgeliefert und anschließend im POP-Stil lackiert. Im Unterschied zum Vorgängermodell O 305 G wurde beim O 405 G die Tür-und Fensteraufteilung grundlegend verändert:
- Die Mitteltür wurde weiter nach vorn versetzt
- Der Nachläufer wurde vorne leicht verkürzt
- Die schmaleren Fenster hinter dem Gelenk sowie der Verzicht auf zwei Einzelsitze sorgten für eine abweichende Bestuhlung
Nur die zweite Hälfte der Serie war ab Werk mit RBL-Systemen und Standortmeldern ausgestattet. Die Wagen 7701–7725 – darunter auch 7714 – erhielten zunächst lediglich Telefunken-Funkgeräte, weil die vom Betriebshof Wandsbek befahrenen Linien keine RBL-Streckenausrüstung hatten und wurden erst später nachgerüstet. Wie bei allen HHA-Bussen dieser Zeit wurden automatische KRUEGER-Fahrtzielbandanlagen in Negativschrift verwendet. Ab 1991 stellte man auf elektronische Matrixanzeigen um; auch die 77er-Serie wurde entsprechend modernisiert. Es gab keine Folgebeschaffungen, da ab den 1990er-Jahren der niederflurige Gelenkbus ohne Einstiegsstufen den Markt dominierte. Der Hersteller Neoplan belieferte bereits 1988 u.a. Bremen, was Mercedes-Benz und MAN zwang, mit eigenen Niederflurbussen nachzuziehen. Daher beschaffte die HHA zwischen 1988 und 1990 keine neuen Hochflur-Fahrzeuge mehr. Eine für 1988 bestellte Stadtbus-Serie von 20 Bussen ging an die Tochter PVG.
Unser Museumsbus
Einsatz & Verbleib
Wagen 7714 wurde im Mai 1987 an den Betriebshof Wandsbek (Wendemuthstraße) ausgeliefert und dort für den Gelenkbuseinsatz auf der Linie 155 in Betrieb genommen. Der erwartete Rückgang der Fahrgastzahlen blieb trotz der neuen Harburger S-Bahn aus – im Gegenteil: Die Linie wurde später zur heutigen, stark frequentierten Metrobuslinie 13. 7714 war darüber hinaus auf den Linien E17, E62, 109, 161, 164, 272 und 111 im Einsatz. Ab Oktober 1993 wechselte der Bus zum Betriebshof Langenfelde, wo er bis zu seiner Ausmusterung Ende 2002 hauptsächlich auf den Linien 102 und 182 eingesetzt wurde. Anfang 2003 ging er zum Omnibusunternehmen Arendt in Ostfriesland, das ihn bis 2016 als Schulbus nutzte – damit war er fast 29 Jahre im Dienst. Ursprünglich als Ersatzteilspender für den HOV-Wagen 7743 vorgesehen, stellte sich 7714 letztlich als das besser erhaltene Fahrzeug heraus und wurde als Repräsentant des Gelenkbustyps O 405 G in die Sammlung aufgenommen. Eine Restaurierung ist momentan noch nicht möglich.
Bildergalerie
HHA – Stadtbus 1554
Daimler-Benz O 305 (6. Serie)
Erstzulassung: 03.10.1974 – HHA
2. Vorbesitzer: 02.10.1983 – Omnibusbetrieb Rech, Bardowick
Übernahme durch HOV: 12.05.2001 (Bus 26 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Daimler-Benz O 305 (6. Serie)
- Baujahr
- 1974
- Baureihe
- 1458 – 1587
- Inbetriebnahme
- 1974
- Ausmusterung
- 1982 – 1984
- Erstzulassung
- 03.10.1974 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 407h
- Leistung
- 180 PS
- Getriebe
- Viergang-Automatikgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 76 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 43
- Stehplätze
- 62
- Stehplatzfläche
- 6,7 m²
- Länge
- 11,11 m
- Gewicht
- 8800 kg
Historie & Besonderheiten
Wagen 1554 gehört zur 6. Serie der „Flüsterbusse“, die 1974 gebaut wurde (130 Fahrzeuge). Die 7. Serie folgte 1975 mit weiteren 77 baugleichen Bussen. Insgesamt wurden zwischen Januar 1974 und März 1975 in drei Lieferungen 307 Fahrzeuge dieser Baureihe in Betrieb genommen, um Straßenbahnen im Hamburger Stadtverkehr zu ersetzen. Die neuen Busse zeichneten sich durch geräuschgedämmte Motoren und Automatikgetriebe aus, die die Lärmbelastung im Stadtverkehr deutlich reduzierten. Das Auspuffrohr wurde hinten links von der Dachkante auf die untere Ecke verlegt. Im Innenraum gab es dunkelrote, schwarz genarbte Kunstlederpolster mit schwarzen Kinnschützern und Seitenwänden in dunkler Holzimitation – eine bewährte Ausstattung, die auch langjährig bei der VHH und der PVG eingesetzt wurde. Die sechste Serie war die erste mit abriebfesten, schwarz eloxierten Sitzgestellen. Statt einer Absperrkette wurde ab der 5. Serie erstmals eine Schranke eingebaut, die Fahrgäste bei Vollbremsungen vor dem Durchrutschen zur Frontscheibe schützte und die Sicht des Fahrers nicht beeinträchtigte. Handbediente Brose-Fahrtzielanlagen zeigten seit der 3. Serie ab 1972 das Fahrtziel positiv, die Liniennummer negativ an. Die Innenbeleuchtung war versetzt über den Sitzen angebracht, um nächtliche Blendwirkung auf den Fahrer zu vermeiden.
Unser Museumsbus
Der Wagen 1554 war während seiner Einsatzzeit ausschließlich auf dem Betriebshof Mesterkamp stationiert. Nach 9 Jahren im HHA-Dienst wurde er 1983 an den Omnibusbetrieb Rech in Bardowick verkauft, der zahlreiche ehemalige Hamburger Busse für den Schülerverkehr einsetzte. Dort wurde die originale Polsterung gegen mit bleuem Stoff überzogene grüne Sitze aus der 8. Serie getauscht. Hätten wir das schon 1986 geahnt, hätten wir bei der Übernahme des Wagens 1071 von 1970 die für diesen Bus verkehrte, rote Bestuhlung behalten – so wurde sie damals bei alga gegen die korrekte, beige Bestuhlung ausgetauscht.
Das Fahrzeug erreichte ein bemerkenswert hohes Einsatzalter von 25 Jahren. Nach der Abstellung konnte es 2001 vom HOV übernommen werden und befindet sich heute in einer Museumshalle. Die Überführung verlief problemlos, Motor und Mechanik waren in gutem Zustand. 1975 gehörte Wagen 1554 zu den ersten „POP-Bussen“ mit Vollwerbung bei der HHA.
Bildergalerie
VHH – Stadtbus 7345
Ikarus 190
Erstzulassung: 10.01.1974 – VHH Bergedorf
2. Vorbesitzer: 10.12.1982 – G. Zander, Lauenburg (ohne Motor, ohne Bestuhlung)
HOV-Übernahme: 24.03.2009 (Bus 36 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Ikarus 190
- Baujahr
- 1973
- Baureihe
- 7329 – 7348
- Inbetriebnahme
- 1973
- Ausmusterung
- 1981 – 1983
- Erstzulassung
- 10.01.1974 – VHH Bergedorf
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- Rába
- Leistung
- 180 PS
- Getriebe
- Viergang-Schaltgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 70 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 44
- Stehplätze
- 61
- Stehplatzfläche
- 4,4 m²
- Länge
- 11,00 m
- Gewicht
- 9000 kg
Historie & Besonderheiten
Im Jahr 1973 begann für die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) ein neues Kapitel im städtischen Busverkehr. Nach einer erfolgreichen Erprobungsphase bestellte die VHH erstmals 20 Stadtbusse des ungarischen Herstellers Ikarus vom Typ 190. Bereits in den Jahren 1971 und 1972 war ein einzelner Probewagen intensiv auf verschiedenen Linien der VHH und der Hamburger Hochbahn (HHA) getestet worden. Besonders auf schlechten Strecken, wie dem Gammer Weg in Altengamme, überzeugte der Bus durch seine robuste Bauweise und erhielt eine positive Bewertung.
Die Serienfertigung des Ikarus 190 begann 1973, wobei die ersten Fahrzeuge Mitte des Jahres ausgeliefert und bis Anfang 1974 vollständig in Betrieb genommen wurden. Im Vergleich zum Probewagen wurden einige Änderungen vorgenommen. Dazu zählten ein überarbeiteter Fahrerarbeitsplatz, rote Sitzpolster aus Kunstleder sowie ein geriffelter Fußbodenbelag. Spätere Serienfahrzeuge wiesen zudem eine leicht veränderte Gestaltung an Front und Heck auf.
Trotz seiner Stabilität zeigte der Ikarus 190 einige Schwächen. Die besonders weiche Federung sorgte bei vielen Fahrern für Unmut, während das Werkstattpersonal über hohe Fertigungstoleranzen und Schwierigkeiten beim Austausch von Ersatzteilen klagte. Der Rostschutz erwies sich ebenfalls als unzureichend–ein Problem ,das in jener Zeit jedoch auch bei vielen anderen Herstellern verbreitet war.
Die ersten 20 Busse wurden ausschließlich im Betriebshof Bergedorf eingesetzt. Mit weiteren Beschaffungen zwischen 1975 und 1977 – insgesamt wurden 154 Fahrzeuge angeschafft – kamen 30 Ikarus 190 auch nach Neumünster, einzelne Busse später auch kurzzeitig in Quickborn und Glinde zum Einsatz. Der letzte Bus, Fahrschulwagen 7748, der eigentlich für eine museale Erhaltung vorgesehen war, wurde 1991 verschrottet, womit der Einsatz dieser Baureihe bei der VHH endgültig endete.
Unser Museumsbus
Wagen 7345 war während seiner gesamten Einsatzzeit in Bergedorf stationiert. Nach seiner Abmeldung im Jahr 1982 gelangte er nach Lauenburg, wo er allerdings seinen Motor und die Bestuhlung verlor. Später wurde ein Restaurierungsversuch bei der VHH begonnen, der Bus wurde vollständig zerlegt und sollte in neuwertigem Zustand wieder aufgebaut werden. Dieses Vorhaben wurde jedoch – nachdem die Arbeiten zu ca. 60% fertiggestellt waren – leider abgebrochen.
Wagen 7345 steht heute symbolisch für die gesamte Ikarus-Ära der VHH in den 1970er Jahren – eine Zeit, in der die VHH neue Wege in der Fahrzeugbeschaffung ging und damit einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des Nahverkehrs in Hamburg leistete.
Bildergalerie
HHA – Schnellbus 5103
Magirus-Deutz 170 S 10 H (2. Serie)
Erstzulassung: 19.03.1971 – HHA
2. Vorbesitzer: 15.03.1975 – Daimler-Benz AG, Hamburg
3. Vorbesitzer: 1975 – Autobusbetrieb Georg Stoss GmbH
HOV-bernahme: 16.07.1982 (Bus 11 Jahre Alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Magirus-Deutz 170 S 10 H (2. Serie)
- Baujahr
- 1971
- Baureihe
- 5101-5123
- Inbetriebnahme
- 1971
- Ausmusterung
- 1975
- Erstzulassung
- 19.03.1971 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- F6L413
- Leistung
- 170 PS
- Getriebe
- Viergang-Schaltgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 81 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 35
- Stehplätze
- 44
- Stehplatzfläche
- 4,7 m²
- Länge
- 9,60 m
- Gewicht
- 7235 kg
Historie & Besonderheiten
Auf Wunsch der HHA entwickelten die Hersteller Büssing und Magirus-Deutz 1968 eine um ein Fensterfeld zwischen den Türen verkürzte Version des VÖV-Standardlinienbusses. Mit 100 sehr komfortablen Schnellbussen verabschiedete sich der seit 1958 langjährige Hauptlieferant von HHA-Linienbussen von Hamburg. Nach der ersten Teillieferung der letzten Schnellbus-Serie von Magirus-Deutz (5901–5976) im Jahr 1969 wurden 1971 mit den Wagen 5101–5123 die letzten 23 Fahrzeuge dieser Baureihe in Dienst gestellt. Sie ersetzten die 1965 beschafften Magirus-Deutz Saturn II-Schnellbusse (150 S 10). Der 100. Bus, Wagen 5124, gelange nie in Betrieb, sondern wurde Grundlage für den von der HHA-Tochter Fahrzeugwerkstätten Falkenried – FFG entwickelten, niederflurigen „Urbanbus“, der 1971 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Unterschiede zur 59er-Lieferung von 1969
- Schalthebel: 51er mit Hammerschlag-Lack, 59er verchromt
- Fahrtzielband: 51er mit positiver Beschriftung, 59er negativ
- Lackierung unter Fensterlinie: 51er durchgehend rosa, 59er mit zusätzlichem hellrosa- weißen Streifen wie alle Stadtbusse seit 1969
Fahrverhalten & Komfort
Die luftgefederte Fahrwerksabstimmung in Kombination mit dem kraftvollen 170 PS-Motor verlieh den Magirus-Bussen ein dynamisches, kraftvolles Fahrverhalten, das den Namen “Schnellbus” tatsächlich verdiente – im Gegensatz zu den trägeren Büssing-Modellen von 1968/69. Die dick gepolsterten Federkernsitze mit hoher Rückenlehne boten ausgezeichneten Komfort für die verwöhnte Schnellbus-Kundschaft aus den Hamburger Vororten. Die leise und effiziente Fußbodenkanalheizung, ergänzt durch eine WEBASTO-Zusatzheizung, stellte die Wasserkreislauf-Heizsysteme mit nur einem kleinen Untersitz-Gebläse anderer Hersteller deutlich in den Schatten.
Mängel & Schwächen
Trotz technischer Überlegenheit machte sich bald ein gravierendes Problem bemerkbar: schlechter Rostschutz. Insbesondere die Frontpartie und die Hohlträger im Unterboden zeigten bereits nach wenigen Jahren starke Korrosion. Die HHA trennte sich daher bereits nach 4–6 Jahren Einsatzzeit schon 1975 von diesen Bussen – in erster Linie aber aus der Entscheidung heraus, einen typenreinen Daimler-Benz-Wagenpark zu etablieren.
Unser Museumsbus
Stationierungen
Bis Januar 1975 war der heutige Museumsbus auf dem Betriebshof Langenfelde stationiert; anschließend nochmal für 2 Monate auf dem Betriebshof Mesterkamp. Danach wurde 5103 von Daimler-Benz in Zahlung genommen und gelangte zum Autobusbetrieb Georg Stoss GmbH, wo er als Fahrschul- und Reservefahrzeug wenig beansprucht wurde – der Innenraum blieb dadurch in nahezu neuwertigem Zustand erhalten.
Restaurierung
1982 wurde der Bus vom HOV übernommen. 1983 folgte eine Schnellrestaurierung, bei der die Frontbleche nur oberflächlich instandgesetzt und das Fahrzeug per Buskompressor notdürftig lackiert wurde. Heute präsentiert sich das Äußere daher weniger ansprechend, und es besteht umfangreicher Restaurierungsbedarf (Austausch sämtlicher Vierkantträger im Unterboden, Erneuerung von Leitungen, Versorgungsklappen, Auspuff, Front- und unteren Seitenblechen).
Die Restaurierung des Wagen 6499 wurde durchgeführt im Jahre 1980 mit dem Wiedereinbau der automatischen Brose-Fahrtzielbandanlage und der Aufarbeitung und Neulackierung des unteren, roten Karosseriebereichs.
Bei den Arbeiten handelte es sich nicht um eine zulassungsfähige Komplettrestaurierung, sondern um eine optische und funktionelle Wiederherstellung als museales Ausstellungsfahrzeug.
Bildergalerie
HHA – Stadtbus 1071
Daimler-Benz O 305 (2. Serie)
Erstzulassung: 30.09.1970 – HHA
2. Vorbesitzer: 31.05.1975 – Omnibusbetrieb Karl-Heinz Berbig, Hamburg
3. Vorbesitzer: ca. 10/1976 – Omnibushandel Krüger
4. Vorbesitzer: 16.03.1977 – Verdener Verkehrsgesellschaft mbH, Verden
5. Vorbesitzer: 10.07.1981 – Verden-Walsroder Eisenbahn, Verden
HOV-Übernahme: 01.02.1986 (Bus 16 Jahre alt)
Fotos aus dem Betrieb
Technische Daten
Fahrgestell & Aufbau: Daimler-Benz
Motortyp: OM 360h III
Leistung: 170 PS
Höchstgeschwindigkeit: 76 km/h
Getriebe: Viergang-Schaltgetriebe
Sitz- / Stehplätze: 44 / 61
Stehplatzfläche: 6,6 m²
Stehplatzfläche je Person: 0,1 m²
Fahrzeuglänge: 11,00 m
Eigengewicht: 8200 kg
Historie & Besonderheiten
Mit der Lieferung der zweiten O 305-Serie (163 Fahrzeuge) erhielt die HHA 1970/71 ihre bis dahin größte Einzelbeschaffung von Stadtbussen – später nur noch übertroffen von der 3. (173 Busse), 5.–7. (307 Busse) und 8.-9. Serie (182 Busse). Später, ab 1979, wurden nie mehr als 100 Stadtbusse pro Jahr beschafft. Der O 305 war der erste bundesweite VÖV-Standardlinienbus und setzte neue Maßstäbe in Technik, Komfort und Wartungsfreundlichkeit.
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Daimler-Benz O 305 (2. Serie)
- Baujahr
- 1970
- Baureihe
- 1001-1163
- Inbetriebnahme
- 1970/1971
- Ausmusterung
- 1974 – 1977
- Erstzulassung
- 30.09.1970 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 360h III
- Leistung
- 170 PS
- Getriebe
- Viergang-Schaltgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 76 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 44
- Stehplätze
- 61
- Länge
- 11,00 m
Unterschiede zur 1. Serie von 1969
- Zu den Fenstern hin abgerundete Sitzgestelle
- Weichere Kinnpolster
- Plexiglasscheiben vor den Sitzen hinter den Türen
- Leisere Druckluftventile der Mitteltür
- Fahrtzielanzeige mit Positivbeschriftung
- Schmutzabweisendere Deckenverkleidung
- Geänderte Deckenbeleuchtung (versetzt zur Mittelzierleiste)
- Leiserer Motor
- Reduzierte Luftaustritte am Frontheizgerät
- Regengeschütztes Lufteintrittsgitter im Frontblech
Unser Museumsbus
Stationierung und Verbleib von 1071
Wagen 1071 war während seiner gesamten Einsatzzeit bei der HHA ausschließlich auf dem Betriebshof Harburg stationiert. Bereits im Frühjahr 1975 wurde er mit den anderen Fahrzeugen der 10er-Serie dort ersetzt, da die Bezirksversammlung Harburg den Einsatz geräuscharmer Fahrzeuge gefordert hatte. Die 10er-Serie galt als zu laut. Nach der Umsetzung in den Werkverkehr wurde 1071 bereits im Mai 1975 an den privaten Auftragsunternehmer Karl-Heinz Berbig in Hamburg-Rahlstedt abgegeben. Dort verlebte der Bus seine pflegeärmste Zeit, denn Berbig war bekannt für mangelhafte Fahrzeugpflege, was schließlich 1976 zum Entzug seiner HHA-Auftragsverkehre führte. Im Herbst 1976 wurde 1071 über den Händler Krüger weitervermittelt an die Verdener Verkehrsgesellschaft, wo er endlich wieder vorbildlich gewartet wurde. Dort erhielt er u. a. eine neue Außenverblechung aus Aluminium, die die korrosionsanfällige Originalverkleidung aus Stahlblech ersetzte. Die nicht originalen rot/schwarzen Sitzpolster, die zuvor eingebaut worden waren, wurden noch vor der Rückführung nach Hamburg durch Originalpolster in Beige ersetzt – ermöglicht durch ein Entgegenkommen der Firma alga in Sittensen, die passende Sitze aus ex-HHA-Wagen der Firma Lautenbach bereitstellte.
Motorprobleme bei der Überführung
Am 01.02.1986 – dem Tag der HOV-Übernahme – versagte der Motor auf der Autobahn bei Sittensen. Ein baugleicher Ersatzmotor wurde kurzfristig bei der Firma Henning in Kaltenkirchen eingebaut.
Der Bus benötigt zur Herstellung der Zulassungsfähigkeit eine gründliche Überarbeitung des Unterbodens, aber auch eine Motorreparatur.
Aufarbeitung der Bleche
Bildergalerie
HHA – Kleinbus 5993
Magirus-Deutz 110 E 6
Erstzulassung: 27.98.1969 – HHA
2. Vorbesitzer: 15.03.1975 – Fritz Reifer, Warburg-Calenberg
3. Vorbesitzer: 10.04.1978 – Kurt Sallwey Kleinbusbetrieb, Reinhardshagen
HOV-Übernahme: 13.10.2000 (Bus 31 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Magirus-Deutz 110 E 6
- Baujahr
- 1969
- Baureihe
- 5991-5994
- Inbetriebnahme
- 1969
- Ausmusterung
- 1975-1976
- Erstzulassung
- 27.98.1969 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- 6L 912
- Leistung
- 110 PS
- Getriebe
- Fünfgang-Schaltgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 76 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 19
- Stehplätze
- 19
- Stehplatzfläche
- 2,21 m²
- Länge
- 6,50 m
- Gewicht
- 4540 kg
Historie & Besonderheiten
Der Kleinbus 5993 gehört zu einer nur vier Fahrzeuge umfassenden Kleinserie, die 1969 für die Hamburger Hochbahn AG beschafft wurde – einmalig nicht von Daimler-Benz, sondern von Magirus-Deutz. Grund für die Abkehr von Daimler-Benz war die unzureichende Leistung der Vorgängermodelle O 319 D (nur 55 PS) von 1958 und 1965, die den Anforderungen auf den steilen und kurvigen Strecken in Blankenese nicht mehr gewachsen waren. Die neuen Magirus-Deutz-Busse boten mit 110 PS die doppelte Leistung sowie deutlich mehr Sitz-und Stehplätze als alle früheren und späteren Kleinbus-Typen bei der HHA. Die Fahrzeuge wurden speziell auf den Einsatz in Hamburg angepasst: Per LKW mit einer veränderbaren Karosserie-Attrappe fuhr man die Linien ab, um die maximal möglichen Maße zu bestimmen. Ergebnis: 6,6 m Länge, 2,23 m Breite, 2,97 m Radstand – nahezu ideal für das Hamburger Kleinbusnetz. Der Rohbau wurde von Otobüs Karoseri Sanavii in der Türkei gefertigt, die Fertigstellung erfolgte bei Klöckner-Humboldt-Deutz in Mainz-Mombach. Die Fahrzeuge basierten auf einem türkischen Serienmodell und waren – anders als alle anderen HHA-Kleinbusse – keine Sonderanfertigungen.
Technik-Highlights
- VÖV-Standard-Instrumententafel
- Zweikreisige Bremse: hydraulisch mit Druckluftunterstützung
- Federspeicher-Feststellbremse mit Bedienventil im Armaturenbrett (wie beim Stadtbus)
Besonderheiten und Ausstattung
Ausstattung & Einsatz
- Rot-weiße Stadtbus-Lackierung
- Innenausstattung mit cremfarbenem Kunstleder (wie Stadtbusse 1969-73)
- Schnellbustarif, trotz Stadtbusausstattung
Zunächst waren alle vier Busse dem Btf. Schützenhof (Altona) zugewiesen (Linien 48/49 in Blankenese). Ab 1973 wechselten sie für die Linie 47 in Volksdorf zum Btf. Mesterkamp in Barmbek. Mit der Einstellung dieser Linie am 01.06.1975 wurden die Fahrzeuge nach und nach ausgemustert.
Unser Museumsbus
Nach dem Verkauf an Fritz Reifer gelangte der Bus 1978 an Kurt Sallwey, der mit 5993 seinen Kleinbusbetrieb in Reinhardshagen gründete. Bereits 1979 wurde der Bus abgestellt, konnte aber viele Jahre geschützt in einer Scheune überdauern. Als neue Umweltvorgaben eine weitere Lagerung verhinderten, erinnerte sich Herr Sallwey an den HOV – und übergab den Bus im Jahr 2000 zurück. Die Rückführung erfolgte per Tieflader zur ÜSTRA in Hannover, wo engagierte Vereinsmitglieder ihn wieder fahrfähig machten. Nach weiteren Arbeiten, u.a. neuen Fußbodenträgern, wurde er ins Museum nach Schwanheide überführt, wo er heute – noch unvollendet – erhalten ist.
Bildergalerie
HHA – Stadtbus 2817
Büssing Präfekt 11 „Standard“ (ex. HHA-Schnellbus 5817)
Erstzulassung: 01.10.1968 – HHA
2. Vorbesitzer: 24.12.1974 – Daimler-Benz AG, Hamburg
3. Vorbesitzer: 1975 – Omnibus Verwertung Ewald Lemke, Hamburg
4. Vorbesitzer: 14.10.1976 – Omnibusbetrieb Wolfgang Fuchs, Hamburg
5. Vorbesitzer: 05.09.1977 – Omnibusbetrieb Otto Strunk, Bokholt-Hanredder
HOV-Übernahme: 25.08.1982 (Bus 14 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Büssing Präfekt 11 „Standard“ (ex. HHA-Schnellbus 5817)
- Baujahr
- 1968
- Baureihe
- 2801-2833
- Inbetriebnahme
- 1968
- Ausmusterung
- 1974-1975
- Erstzulassung
- 01.10.1968 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- U7-D
- Leistung
- 155 PS
- Getriebe
- Viergang-Schaltgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 70 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 34
- Stehplätze
- 58
- Stehplatzfläche
- 6,32 m²
- Länge
- 9,60 m
- Gewicht
- 8.015 kg
Historie & Besonderheiten
Der Wagen 2817 entstammt der ersten VÖV-Standardlinienbus-Serie, die in Hamburg in Dienst gestellt wurde – ein Meilenstein im bundesweiten Stadtbusverkehr. Das VÖV-Lastenheft wurde maßgeblich durch Hamburger Erfahrungen und Wünsche – gesammelt u.a. mit dem Magirus-Deutz 150 S 11 – Prototyp 7750 (1967/68) – beeinflusst. Die FFG (Fahrzeugwerkstätten Falkenried) hatten erheblichen Anteil an der Entwicklung. Im Herbst 1968 beschaffte die HHA von Büssing:
- 19 Stadtbusse: Präfekt 13 „Standard“ (6801-6819)
- 33 Schnellbusse: verkürzte Version Präfekt 11 „Standard“ (5801-5833)
Wagen 5817 wurde zunächst als Schnellbus ausgeliefert. Doch die Sitzanordnung nach VÖV-Vorgaben (u.a. 8 Rückwärtssitze über den Radkästen, enge Sitzabstände, zu harte Sitzpolster) erwies sich für Schnellbus-Fahrgäste als unkomfortabel. Die Reaktion: Bereits 1969–1971 wurden alle 58er zu Stadtbussen umgebaut und als Serie 2801–2833 weiterbetrieben. Ersatzweise kam 1969 eine weitere Serie von Büssing Präfekt 11 (Serie 6901-6931) in Betrieb mit besser gepolsterten Sitzen, die alle in Fahrtrichtung angeordnet waren.
Beim Umbau erfolgten u.a.:
- Entfernung zweier Doppelsitze gegenüber der Mitteltür zur Schaffung eines Kinderwagenplatzes
- Ersatz zweier Doppelsitze vor der Mitteltür durch Einzelsitze
- Änderung der Lackierung: Unterhalb der Fenster feuerrot mit hellrosa-weißem Abschluss, oberhalb weiterhin hellrosa-weiß
Diese Lackierung prägte alle Stadtbusse von 1969-1986 und wurde zuvor nur testweise an wenigen 68er-Fahrschul-Stadtbussen erprobt.
2817 wurde am 05.12.1969 zum Stadtbus umgebaut und gehörte zum Btf. Langenfelde, wo stets alle Büssing-Standardlinienbusse stationiert waren.
Er steht als Beispiel für den Umbau vom Schnell- zum Stadtbus, diese hatte es bereits 1968 gegeben, als 22 Saturn II-Schnellbusse von 1962 zu Stadtbussen wurden – allerdings nur durch die Herausnahme von zwei Sitzbänken gegenüber der Mitteltür ohne Umlackierung. Weitere 5 Saturn II von 1965 folgten 1971 – zusammen also 60 Busse insgesamt. Er ist ein Beispiel für die ersten Umsetzungen des VÖV-Standards, Büssing war da Vorreiter – mit einer besonders bewegten Vergangenheit in und um Hamburg.
Unser Museumsbus
- Im Oktober 1974 wurde 2817 ausgemustert
- Am Heiligabend 1974 ging er als Inzahlungnahme an Daimler-Benz
- Danach 1975 an Verwerter Ewald Lemke
- 1976 bei Auftragsunternehmer Wolfgang Fuchs im HHA-Linieneinsatz
- 1977 an Otto Strunk, Bokholt-Hanredder
- 1982 vom HOV übernommen
Der Bus ist äußerlich noch unrestauriert, aber vollständig erhalten im Zustand der Übernahme, der Innenraum noch im Originalzustand. Momentan befindet sich der Unterboden in der Aufarbeitung als Vorbereitung zur vollständigen Restaurierung zwecks Wiederzulassung.
Bildergalerie
HHA – Stadtbus 6789
Daimler-Benz O 302 – 11R/St.
Erstzulassung: 20.09.1967 – HHA
2. Vorbesitzer: 10.09.1974 –
Omnibushändler Paul Hassa, Hamburg
3. Vorbesitzer: 25.02.1975 –
Autobusbetrieb Georg Stoss, Bremervörde
4. Vorbesitzer: 18.08.1980 –
Omnibusbetrieb Jörgen Stilke, Bederkesa
HOV-Übernahme: 02.10.1982 (Bus 15 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Daimler-Benz O 302 – 11R/St.
- Baujahr
- 1967
- Baureihe
- 6701-6790
- Inbetriebnahme
- 1967
- Ausmusterung
- 1972-1974
- Erstzulassung
- 20.09.1967 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 327
- Leistung
- 160 PS
- Getriebe
- Viergang-Schaltgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 76 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 32
- Stehplätze
- 58
- Stehplatzfläche
- 5,85 m²
- Länge
- 10,15 m
- Gewicht
- 7.800 kg
Historie & Besonderheiten
Mit dem Daimler-Benz O 302 kehrte die HHA 1967 nach acht Jahren erstmals wieder zur Marke zurück – der Beginn der Abkehr von der klaren Dominanz der Magirus-Deutz-Busse 1958-1967. Der O 302 ersetzte 1965 bei Mercedes den O 322 und war vom Reisebus abgeleitet.
Die HHA verteilte die 90 Fahrzeuge dieser Serie gleichmäßig auf die Betriebshöfe Wendemuthstraße (Wandsbek) und Mesterkamp (Barmbek). Unser 6789 war ausschließlich auf Mesterkamp stationiert, der im selben Jahr eröffnet wurde. Der O 302 wurde nicht im gesamten Stadtgebiet eingesetzt – vor allem im Westen und Süden Hamburgs war er nie anzutreffen. Er galt unter Fahrgästen als „etwas Besonderes“ – schließlich war es „ein Daimler“. Die Wagen wurden Ende 1971 umnummeriert in die Serie 1701–1790, da die 6000er-Nummernserie künftig nur für Schnellbusse vorgesehen war.
Komfort und Technik
Innen orientierte sich die Ausstattung mit abwechselnd roten und blauen Kunstledersitzen an den bekannten Saturn II-Bussen, bot jedoch mit dicken Federkernpolstern deutlich mehr Sitzkomfort – allerdings oft begleitet von Motor-Vibrationen im Stand, da die Leerlaufdrehzahl häufig zu niedrig eingestellt war. Ein Novum: das „Wagen hält“-Schild an der Decke, das signalisierte, dass bereits ein Haltewunschknopf gedrückt wurde. Da der O 302 aus der Reisebusproduktion stammte, fehlte ihm eine integrierte Heckzielanzeige. Stattdessen wurde ein Liniennummernkasten in die Heckscheibe hinter die letzte Sitzreihe gestellt – eine Rückkehr zur Lösung, die man vom O 321 H kannte. Auch die Fahrtzielbänder dieser Serie waren zukunftsweisend: kleiner als bisher und bereits im Format des späteren VÖV-Standardbusses. Statt handgemalter Bänder von Falkenried verwendete man bedruckte Kunststoffbänder der Firma BROSE.
Fahrverhalten
Die Fahrzeuge waren nicht mit Servolenkung ausgestattet, obwohl die Konstruktion dafür vorbereitet war – was insbesondere bei voller Besetzung zu extrem hohen Lenkkräften führte. Immerhin: erstmals kam bei der HHA eine handbetätigte Druckluft-Haltestellenbremse zum Einsatz – beim Lösen stets von einem lauten Knall begleitet.
Wie zur damaligen Zeit bei PKWs üblich, erhielten die Busse im Winter Kühlermasken, um das AURORA-Heizgerät im Frontbereich vor kalter Frischluft zu schützen. Dennoch blieb die Heizleistung bescheiden, trotz zweier Wasserkreislauf-Heizgebläse in Front und Heck.
Unser Museumsbus
Mit der Restaurierung des Busses wurde bis heute nicht begonnen. Neben dem komplett verrotteten Metallfußboden muss die gesamte Beblechung unterhalb der Fenster sowie zahlreiche Träger erneuert werden und die gesamte Techniuk muss überholt werden.
Bildergalerie
HHA – Stadtbus 6412
Büssing Senator 12 D – Typ „Hamburg“
Erstzulassung: 06.07.1964 – HHA
2. Vorbesitzer: 14.09.1970 – Omnibushandel Liebermann, München
3. Vorbesitzer: 1971-1999 mehrere Eigentümer im Raum Wiener Neustadt (Österreich)
HOV-Übernahme: 05.06.1999 (Bus 35 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Büssing Senator 12 D – Typ „Hamburg“
- Baujahr
- 1964
- Baureihe
- 6400-6429
- Inbetriebnahme
- 1964
- Ausmusterung
- 1970
- Erstzulassung
- 06.07.1964 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- U7
- Leistung
- 150 PS
- Getriebe
- Viergang-Schaltgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 80 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 41
- Stehplätze
- 68
- Stehplatzfläche
- 6,83 m²
- Länge
- 11,32 m
- Gewicht
- 8.010 kg
Historie & Besonderheiten
1964 nahm die HHA 30 Büssing Senator 12 D in Betrieb – die bis dahin größten Stadtbusse seit den 12-Meter langen Büssing/Graaf-Elze 6000 T von 1954. Sie boten mit 41 Sitzplätzen deutlich mehr, als alle bisher beschafften Stadtbusse. Farbgebung, Raumaufteilung und Ausstattung lehnten sich an die parallel beschafften Magirus-Deutz Saturn II-Busse der 5. Lieferung an.
Um den Fahrgastfluss zu verbessern, wurden die Fahrzeuge erstmals mit einem Doppeleinstieg für Sichtkarteninhaber und Barzahler ausgerüstet – ein Prinzip, das sich bewährte und ab 1965 auch bei der Straßenbahn Einzug hielt. Zunächst nur teilweise in Altona stationiert, waren ab Ende 1966 alle Fahrzeuge dieser Serie dem Betriebshof Schützenhof zugeordnet.
Alle Büssing-Busse verfügten generell über Servolenkung, Federspeicherbremse und einen besonders laufruhigen, wassergekühlten Motor, so daß erstmals auf eine schallisolierende Lochdecke verzichtet werden konnte. Bereits 1970 wurden alle Wagen dieser Serie wieder ausgemustert und durch den neuen Standard-Linienbus Daimler-Benz O 305 ersetzt.
Unser Museumsbus
Wagen 6412 gelangte zunächst nach München und wurde bald nach Österreich weiterverkauft. Dort kam er bei verschiedenen Eigentümern zum Einsatz – wurde unter anderem als Sportplatz-Umkleidebus genutzt, zuletzt als Ersatzteillager bei einem Autohändler. Nach dessen Konkurs 1999 wurde der Bus auf einem Schrottplatz bei Wiener Neustadt entdeckt. Hinweise im Innenraum (wie Aufkleber und eine österreichische Zeitung von 1971) bestätigten seinen Einsatz in Östereeich, seine Lackierung und die Fahrgestellnummer wiesen ihn aber als Hamburger Bus aus. Nach der Übernahme durch den HOV musste festgestellt werden, dass der Bus durch unsachgemäße Bergung und beim Transport unterwärts stark beschädigt wurde. Die Inneneinrichtung fehlt komplett, ebenso mehrere Scheiben–mechanisch und karosserieseitig ist der Bus aber weitgehend vollständig.
Er wurde als Ersatzteilspender für den Museumsbus 6499 geborgen, könnte aber auch eines Tages noch restauriert werden – dazu bräuchte es aber noch einer kompletten Bestuhlung und der Haltestangen.
Wie bei Wagen 282 führte auch hier der Zufall dazu, dass genau dieses Fahrzeug im HHA-Fotoarchiv dokumentiert wurde, welches den Weg in die Sammlung des HOV fand – ein Glücksfall für die Museumsarbeit.
Bildergalerie
VHH – Stadtbus 603
Büssing 11R / U7 H
Erstzulassung: 08.12.1960 – VHH / Neumünster
2. Vorbesitzer: 12.10.1962 – VHH / Bergedorf
3. Vorbesitzer: 02.10.1967 – TOG (Werkstattbüro, Aufenthaltsraum, später Lagerraum)
HOV-Übernahme: 03.06.1991 (Bus 31 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Büssing 11R / U7 H
- Baujahr
- 1960
- Baureihe
- 601-604
- Inbetriebnahme
- 1960
- Ausmusterung
- 1967-1970
- Erstzulassung
- 08.12.1960 – VHH / Neumünster
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- U7
- Leistung
- 145 PS
- Getriebe
- elektropneumatisches Vorwähl – Fünfgang-Schaltgetriebe (später mechanisches LKW – Sechsgang-Getriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 70 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 39
- Stehplätze
- 44
- Stehplatzfläche
- 4,40 m²
- Länge
- 10,05 m
- Gewicht
- 6.725 kg
Historie & Besonderheiten
Die VHH erhielt 1960 vier baugleiche Büssing 11R U7 H-Busse zum HHA-Typ „Hamburg“, jedoch mit VHH-typischen Details wie kleinen Fahrtzielkästen, roter Vollbestuhlung, Wegmann-Türen.
Unser Museumsbus
Wagen 603 war zusammen mit 604 in Neumünster in Betrieb genommen worden, wechselte 1962 nach Bergedorf und wurde dort mit einem mechanischen LKW-Sechsgang-Getriebe ausgestattet. Nach der Ausmusterung 1967 diente er als Werkstattbüro bei der TOG, wurde innen umgebaut und geschützt abgestellt. Die fehlende Mitteltür konnte von einem ehemaligen Wohnmobil-Büssing in Kalkar ergänzt werden. Eine Restaurierung als Museumsbus ist in ferner Zukunft geplant. Wagen 603 steht exemplarisch für die nur 1960/61 beschaffte Büssing-Version des auf Wunsch der HHA gebauten „Typ Hamburg“.
Bildergalerie
HHA – Stadtbus 6799
Magirus-Deutz Saturn II – Typ „Hamburg“ (1. Serie, reisefähig)
Erstzulassung: 26.11.1959 – HHA
2. Vorbesitzer: 26.02.1965 – Viking-Reisedienst Reinhart Hehn
HOV-Übernahme: 15.04.1978 (Bus 19 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Magirus-Deutz Saturn II – Typ „Hamburg“ (1. Serie, reisefähig)
- Baujahr
- 1959
- Baureihe
- 6726-6799 und 6680-6699
- Inbetriebnahme
- 1959
- Ausmusterung
- 1964-1968
- Erstzulassung
- 26.11.1959 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- F6L 614
- Leistung
- 125 PS
- Getriebe
- elektropneumatisches Vorwähl-Fünfgang-Schaltgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 75 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 32
- Stehplätze
- 52
- Stehplatzfläche
- 6,80 m²
- Länge
- 10,00 m
- Gewicht
- 6.350 kg
Historie & Besonderheiten
Zwischen 1958 und 1967 beschaffte die HHA insgesamt 535 Stadt- und 130 Schnellbusse vom Typ Magirus-Deutz Saturn II bzw. ab 1964 unter der Bezeichnung 150 S 10 sowie 1967 noch einmal 19 Schnellbusse des um ein Fensterfeld verlängerten Typs 150 L 12.
Erstmals war die selbsttragende Karosserie gegenüber den Achsen vollständig luftgefedert. Der Motor wurde im Heck angeordnet, wodurch sich für die Fahrgäste in Verbindung mit der serienmäßigen, schallschluckenden Deckenverkleidung ein besonders laufruhiges Fahrverhalten ergab.
Von 1958 bis 1961 erhielten alle neuen HHA-Busse elektropneumatische 5-Gang-Vorwählgetriebe (der 5. Gang war ab 1959 aber nicht elektrisch vorwählbar). Der Fahrer wählte mit einem kleinen Hebel rechts unter dem Lenkrad den nächsten gewünschten Gang vor und legte ihn später bei Bedarf dann mit der Fußkupplung ein. Der Fahrer sparte also die Bedienung des Schaltknüppels. Leider verzieh die sensible Technik keine ständigen Fehlbedienungen – und dazu kam es oft, denn die Fahrer waren es gewohnt, gleichzeitig zu kuppeln und zu schalten – eine Todsünde bei diesem System. So kehrte die HHA denn ab 1962 wieder zu herkömmlichen Schaltgetrieben zurück.
Wagen 6799 ist das letzte von 95 Fahrzeugen der ersten Großserie des Magirus-Deutz Saturn II, speziell angepasst an die Anforderungen der HHA. Der „Typ Hamburg“ unterschied sich in mehreren Details von anderen Saturn II-Modellen:
– große Front-, Seiten- und Heck-Fahrtzielanzeige statt nur kleiner Front-Fahrtzielanzeige
– gummigefaßte Seitenfenster mit nur zwei Lüftungsklappen im Heck statt Metall-Fensterrahmen mit kippbaren Lüftungsklappen an allen Seitenfenstern
– zwei lichtdurchlässige Hubdächer statt Lamellen-Lüftungsöffnungen im Dach
– karosseriebündig abschließende Türen statt senkrecht stehender Türflügel (bessere Waschanlagen-Tauglichkeit)
– Verzicht auf die waagerechten, verchromten Haltestangen oberhalb der Sitzlehnen (Vermeidung von Gesichtsverletzungen bei scharfem Bremsen)
– Sitzpolster abwechselnd rot und hellgrün (ab 1964 rot und blau) statt durchgehend dunkelgrün
– Fahrgast-Haltewunschknöpfe in der Decke für den Einmannbetrieb
– schwedische Wechselblinker, für die in Hamburg eine besondere Ausnahmegenehmigung erteilt wurde
– ab 1962 Stoßstange aus stabilem Stahl statt Aluminium
– zwei bis zum Dach seitlich des Heckzielkastens hochgezogene Auspuffrohre
Unser Museumsbus
Nach seiner HHA-Zeit wurde der Bus 1965/66 vom Viking-Reisedienst auf der Linie 57 im Auftrag der HHA eingesetzt, später zum Wohnraum und als Hühnerstall genutzt, bevor er 1976 zufällig entdeckt und 1978 geborgen und im Anschluss aufwändig restauriert wurde. Eine komplette Bestuhlung konnte in Ratzeburg von ausgemusterten HHA-Bussen geborgen werden. Die
Die Restaurierung des Wagens 6799 begann im Jahre 1979 mit der Entfernung der den Innenraum unterteilenden Holzwände aus seiner Zeit als Wohnbaracke und mit der Sicherstellung einer kompletten Bestuhlung aus mehreren anderen Omnibussen aus derselben HHA-Serie, die bei einem Verkehrsbetrieb in Ratzeburg zur Verschrottung anstanden.
Ab 1984 erfolgte dann die Entfernung des Holzfußbodens im Innenraum und die anschließende Entrostung und Versiegelung der Rahmen-Bodengruppe. Nach der Erneuerung der Hydraulikleitungen zur Betätigung der elektropneumatischen Gangschaltung des Schaltgetriebes konnte ein neuer Holzfußboden eingebaut und danach ein neuer Pegulan-Belag verlegt werden.
1986 erfolgte dann die Aufarbeitung der gesamten Fahrzeugkarosserie innen und außen mit der Zielsetzung: „Wiederherstellung des letzten Betriebszustands bis zur Außerdienststellung des Wagens 6799 bei der HHA im Jahre 1965“. Dafür wurde die Lackierung in den originalen HHA-Farben RAL 1001 / 3000 wiederhergestellt. Es handelte sich nicht um eine zulassungsfähige Komplettrestaurierung, sondern um eine optische und funktionelle Wiederherstellung als museales Ausstellungsfahrzeug.
Der Bus ist ein repräsentatives Exemplar der frühen Saturn II-Baureihen in der HOV-Sammlung.
Bildergalerie
HHA – Kleinbus 6019
Daimler-Benz / Binz O 319 D
Erstzulassung: 25.07.1958 – HHA
2. Vorbesitzer: 11.02.1964 – Johannes Ewald, Hamburg
HOV-Übernahme: 29.11.2002 (Bus 44 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Daimler-Benz / Binz O 319 D
- Baujahr
- 1958
- Baureihe
- 6000–6024
- Inbetriebnahme
- 1958
- Ausmusterung
- 1961–1966
- Erstzulassung
- 25.07.1958 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 636 VII
- Leistung
- 43 PS
- Getriebe
- 4-Gang-Lenkradschaltung
- Höchstgeschwindigkeit
- 60 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Länge
- 4,82 m
- Gewicht
- 2.375 kg
Historie & Besonderheiten
Im Jahr 1958 führte die HHA zwei innerstädtische Citybuslinien (C1+C2) ein, die nur mit besonderen Fahrmünzen zu benutzen waren. Das Angebot stieß wegen des hohen Fahrpreises und der fehlenden Möglichkeit, damit auf andere Verkehrsmittel umzusteigen, auf geringe Akzeptanz und wurde bereits 1959 wieder eingestellt. Die 25 dafür beschafften Kleinbusse, darunter Wagen 6019, kamen anschließend auf mehreren neu eingerichteten Kleinbuslinien in den Randgebieten zum Einsatz, auch diese wurden aber mangels Nachfrage bis 1964 wieder eingestellt – bis auf jeweils zwei Linien in Blankenese und Volksdorf.
Die Fahrzeuge verfügten über stadtbustypische Lackierung und Ausstattung mit roten Kunstledersitzen, verkehrten aber zum Schnellbustarif und besaßen elektrische Außenschwenktüren mit Kettenantrieb. Die 43 PS leistenden Dieselmotoren stammten vom Pkw-Modell Mercedes 180 D – waren damit für den Stadtbetrieb jedoch zu schwach motorisiert. Der Aufbau bestand aus Stahlblech, Aluminiumtüren und einem Kunststoffdach. Die getönte Dachrandverglasung war zeitgenössisch modern, aber die Hitzeentwicklung im Sommer problematisch.
Unser Museumsbus
Wagen 6019 wurde 1964 an Johannes Ewald in Hamburg verkauft, der ihn für Familienreisen nutzen wollte. Tatsächlich stand der Bus aber über Jahrzehnte ungenutzt – zuletzt ab 1978 in einem Hinterhof in Winterhude. HOV-Mitglieder bemühten sich 25 Jahre lang um die Übernahme – 2002 gelang es schließlich dank der Vermittlung der Ehefrau des Besitzers.
In einer nächtlichen Bergungsaktion bei strömendem Regen wurde der Bus nach Schwanheide überführt. Die Karosserie war stark verrostet, teilweise schon zerfallen, alle tragenden Teile müssen erneuert werden – aber die Inneneinrichtung war noch komplett in einer Hinterhofgarage eingelagert. Die Restaurierung wird sehr aufwendig – aber mit diesem Bus bleibt ein letzter Zeitzeuge des gescheiterten Citybus-Experiments erhalten.
Bildergalerie
HHA – Stadtbus 282
Daimler-Benz O 3500
Erstzulassung: 02.04.1954 – HHA
2. Vorbesitzer: 04.02.1959 – unbekannter Omnibushändler
3. Vorbesitzer: 16.10.1959 – Karl Klein-Wiele, Bocholt
4. Vorbesitzer: 06.06.1972 – Laurenz Mayland, Bocholt
5. Vorbesitzer: 03.1995 – Reisedienst Gerd Adorf, Düsseldorf
HOV-Übernahme: 16.12.1995 (Bus 41 Jahre alt)
Technische Daten
Fahrzeug & Bauzeit
- Hersteller / Typ
- Daimler-Benz O 3500
- Baujahr
- 1954
- Baureihe
- 276-285
- Inbetriebnahme
- 1954
- Ausmusterung
- 1958/1959
- Erstzulassung
- 02.04.1954 – HHA
Antrieb & Fahrleistung
- Motor
- OM 312
- Leistung
- 90 PS
- Getriebe
- Unsynchronisiertes Viergang-Schaltgetriebe
- Höchstgeschwindigkeit
- 82 km/h
Kapazität & Abmessungen
- Sitzplätze
- 26
- Stehplätze
- 31
- Stehplatzfläche
- 3,40 m²
- Länge
- 8,63 m
- Gewicht
- 5.300 kg
Historie & Besonderheiten
Der HHA-Stadtbus 282 ist der älteste erhaltene Omnibus der Hamburger Hochbahn – und ein echtes Glück für die Sammlung. Die HHA beschaffte 1954 nur 10 Exemplare des Daimler-Benz O 3500, um sie auf schwachfrequentierten Linien in den Außenbezirken einzusetzen. Schon nach fünf Jahren wurde die Serie wieder ausgemustert. Der O 3500 ist eine der letzten Nachkriegskonstruktionen mit vorn stehendem Motor außerhalb des Fahrgastraums und einem Perron im Heck. Im Gegensatz zu Vorkriegsbussen erfolgte der Fahrgastfluss nun von vorn nach hinten – der Fahrer kassierte selbst, der Einstieg war vorne, der Ausstieg hinten. Die zehn Fahrzeuge waren ursprünglich alle auf dem Betriebshof Krohnskamp stationiert, fünf kamen später nach Wandsbek, aber immer hatten sie lange Einsatzwege, u.a. in die Walddörfer und nach Wilhelmsburg, zu bewältigen. Das unsynchronisierte Getriebe, die schwergängige Lenkung und die ungewöhnlich mittige Sitzposition des Fahrers machten den Bus zu einer Herausforderung im Alltag. Ein technisches Unikat war die Kombination aus druckluftbetriebener Schiebetür vorn und Falttür hinten – typisch für den Linienbus-Aufbau des O 3500.
Der Museumswagen 282 wurde kurz vor seiner Ausmusterung auf die Nummer 6906 umgezeichnet. Danach diente er bei Klein-Wiele weitere 13 Jahre im Linienverkehr, ehe ihn ein ehemaliger Fahrgast 1972 kaufte und in ein alternatives Wohnmobil verwandelte. Damit bereiste er halb Europa – sogar bis zum Nordkap. Erst 1995 wurde der äußerlich heruntergekommene, aber technisch gute Wagen vom Düsseldorfer Omnibusunternehmer Gerd Adorf erworben – und noch im selben Jahr an den HOV abgegeben. Ein Glücksfall: Der Vorbesitzer hatte lediglich die Sitze entfernt, aber die originale Innenausstattung unangetastet gelassen.
Heute existiert nur noch ein weiterer O 3500-Linienbus in Deutschland – im Museum in Heilbronn. Damit ist der HHA 282 ein extrem seltenes und wertvolles historisches Fahrzeug, das eindrucksvoll den Übergang von der Vorkriegs- zur Nachkriegs-Busgeneration dokumentiert.
Wegen der sehr schlechten Substanz des Aufbaus des Wagens 282 wurde 2015 aus Luxemburg ein baugleicher Bus erworben, welcher in nächster Zeit bis zur Zulassungsfähigkeit restauriert werden soll.

