Technische Daten
- Fahrgestell und Aufbau: EvoBus Mercedes-Benz
- Typ: O 530 Citaro Facelift
- Motortyp: OM 906 hLA, Euro-5, geräuschgekapselt, mit Turbolader
- Leistung: 286 PS (210 kW)
- Hubraum: 6.374 cm³
- Höchstgeschwindigkeit: 85 km/h
- Getriebe: ZF-EcoLife
- Sitz- / Stehplätze: 30 / 69
- Stehplatzfläche: 8,0 m²
- Stehplatzfläche je Person: 0,125 m²
- Fahrzeuglänge: 12,00 m
- Eigengewicht: ca. 11.800 kg
Ausstattung:
- Vollklimaanlage
- LAWO-Matrixanzeige (LED)
- Barrierefreier Niederflureinstieg
- Komfortorientierter Fahrerplatz
- Zusätzliche Bedieneinheiten für Fahrschulbetrieb
- Doppelpedalerie und Zusatzbremsanlage für Fahrlehrer
Hintergrund zur Baureihe
Die Fahrzeuge der Serie 1101–1119 gehören zur 2. Generation des Mercedes-Benz O 530 Citaro bei der Hamburger Hochbahn. Der “Facelift” wurde zwischen 2007 und 2013 beschafft. Er stellt eine weiterentwickelte Version der ersten Citaro-Generation dar, erkennbar an modernisierten Front- und Heckpartien sowie einer überarbeiteten Antriebstechnik gemäß den ab 2005 geltenden Abgasnormen Euro 4 / Euro 5.
Zur Serienausstattung gehörten:
- Gelbe Haltestangen zur besseren Orientierung für sehbehinderte Fahrgäste (seit 2005)
- LAWO LED-Matrixanzeigen (seit 2007)
- Druckluft Innenschwenktüren
- Vollklimaanlage für Fahrgastraum und Fahrerplatz (seit 2000)
- Barrierefreier Niederflureinstieg im gesamten Innenraum (seit 1997)
- Leichtbau-Sitzschalen mit vandalismussicherer Konstruktion (seit 1997)
Diese Baureihe prägte das Hamburger Stadtbild seit 2007 und steht für den Übergang zu modernen, komfortorientierten Stadtbussen.
Die Entscheidung, den Mercedes-Benz O 530 Citaro Facelift mit der Wagennummer 1111 in den Bestand des HOV zu übernehmen, fiel aus mehreren guten Gründen – und war nicht zuletzt eine Herzensangelegenheit:
Mit nur 310.000 Kilometern Laufleistung gehört dieser Bus zu den am wenigsten beanspruchten Fahrzeugen seiner Generation. Seit seiner Erstzulassung im Jahr 2011 kam er ausschließlich als Fahrschulwagen der Hochbahn zum Einsatz – das bedeutet: kein Fahrgasteinsatz, kein Vandalismus, kein nennenswerter Verschleiß im Innenraum. Zudem war der Bus meist überdacht abgestellt, was seinem Erhaltungszustand zusätzlich zugutekam.
Auch technisch steht der Wagen gut da: Der schonende Fahrschulbetrieb sorgte für eine vergleichsweise geringe Belastung von Motor, Getriebe und Fahrwerk. Nicht umsonst galt dieser Fahrzeugtyp bei vielen Fahrerinnen und Fahrern als besonders angenehm zu fahren – ein weiterer Grund, diesem Bus ein langes Leben im Museumsbestand zu ermöglichen.
Ein schöner Zufall rundet die Geschichte ab: Zum 100-jährigen Bestehen der Hochbahn-Fahrschule im Jahr 2024 war es uns ein besonderes Anliegen, diesem Kapitel Hamburger Verkehrsgeschichte ein würdiges Exponat zu widmen. Wagen 1111 ist dafür geradezu ideal – technisch solide, optisch gepflegt und mit einer ganz besonderen Geschichte.