Technische Daten
- Fahrgestell & Aufbau: Daimler-Benz
- Motortyp: OM 360h III
- Leistung: 170 PS
- Höchstgeschwindigkeit: 76 km/h
- Getriebe: Viergang-Schaltgetriebe
- Sitz- / Stehplätze: 44 / 61
- Stehplatzfläche: 6,6 m²
- Stehplatzfläche je Person: 0,1 m²
- Fahrzeuglänge: 11,00 m
- Eigengewicht: 8200 kg
Historie & Besonderheiten
Mit der Lieferung der zweiten O 305-Serie (163 Fahrzeuge) erhielt die HHA 1970/71 ihre bis dahin größte Einzelbeschaffung von Stadtbussen – später nur noch übertroffen von der 3. (173 Busse), 5.–7. (307 Busse) und 8.-9. Serie (182 Busse). Später, ab 1979, wurden nie mehr als 100 Stadtbusse pro Jahr beschafft. Der O 305 war der erste bundesweite VÖV-Standardlinienbus und setzte neue Maßstäbe in Technik, Komfort und Wartungsfreundlichkeit.
Unterschiede zur 1. Serie von 1969
- Zu den Fenstern hin abgerundete Sitzgestelle
- Weichere Kinnpolster
- Plexiglasscheiben vor den Sitzen hinter den Türen
- Leisere Druckluftventile der Mitteltür
- Fahrtzielanzeige mit Positivbeschriftung
- Schmutzabweisendere Deckenverkleidung
- Geänderte Deckenbeleuchtung (versetzt zur Mittelzierleiste)
- Leiserer Motor
- Reduzierte Luftaustritte am Frontheizgerät
- Regengeschütztes Lufteintrittsgitter im Frontblech
Unser Museumsbus
Stationierung und Verbleib von 1071
Wagen 1071 war während seiner gesamten Einsatzzeit bei der HHA ausschließlich auf dem Betriebshof Harburg stationiert. Bereits im Frühjahr 1975 wurde er mit den anderen Fahrzeugen der 10er-Serie dort ersetzt, da die Bezirksversammlung Harburg den Einsatz geräuscharmer Fahrzeuge gefordert hatte. Die 10er-Serie galt als zu laut. Nach der Umsetzung in den Werkverkehr wurde 1071 bereits im Mai 1975 an den privaten Auftragsunternehmer Karl-Heinz Berbig in Hamburg-Rahlstedt abgegeben. Dort verlebte der Bus seine pflegeärmste Zeit, denn Berbig war bekannt für mangelhafte Fahrzeugpflege, was schließlich 1976 zum Entzug seiner HHA-Auftragsverkehre führte. Im Herbst 1976 wurde 1071 über den Händler Krüger weitervermittelt an die Verdener Verkehrsgesellschaft, wo er endlich wieder vorbildlich gewartet wurde. Dort erhielt er u. a. eine neue Außenverblechung aus Aluminium, die die korrosionsanfällige Originalverkleidung aus Stahlblech ersetzte. Die nicht originalen rot/schwarzen Sitzpolster, die zuvor eingebaut worden waren, wurden noch vor der Rückführung nach Hamburg durch Originalpolster in Beige ersetzt – ermöglicht durch ein Entgegenkommen der Firma alga in Sittensen, die passende Sitze aus ex-HHA-Wagen der Firma Lautenbach bereitstellte.
Motorprobleme bei der Überführung
Am 01.02.1986 – dem Tag der HOV-Übernahme – versagte der Motor auf der Autobahn bei Sittensen. Ein baugleicher Ersatzmotor wurde kurzfristig bei der Firma Henning in Kaltenkirchen eingebaut.
Der Bus benötigt zur Herstellung der Zulassungsfähigkeit eine gründliche Überarbeitung des Unterbodens, aber auch eine Motorreparatur.