Technische Daten
• Fahrgestell und Aufbau: EvoBus
• Motortyp: MB OM 447h, Euro-2, geräuschgekapselt, mit Rußfilter
• Leistung: 214 PS (157 kW)
• Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h
• Getriebe: ZF-Fünfgang-Automatikgetriebe
• Sitz- / Stehplätze: 40 / 59
• Stehplatzfläche: 7,38 m²
• Stehplatzfläche je Person: 0,1 m²
• Fahrzeuglänge: 11,91 m
• Eigengewicht: 10.700 kg
Historie & Besonderheiten
Mit der Einführung des O 405 N2 ab 1994 wurde die Karosserieform der Mercedes-Niederflurbusse überarbeitet. Hauptmerkmal: niedriger gesetzte Fensterlinie zwischen den Türen, um trotz fehlender Sitzpodeste den Blick nach draußen zu ermöglichen. Die HHA entschied sich bewusst gegen diese podestlose Ausführung – und behielt die Sitzpodeste bei. Dadurch konnten die Sitzplätze auf der Vorderachse beibehalten bleiben.
Im Gegensatz zu den Vorgängerserien wurden bei den 16ern zum ersten Mal die beiden Doppelsitze über der Vorderachse (Türseite) durch einen breiten Einzelsitz ersetzt – eine Konfiguration, die in anderen Städten (z. B. Lübeck oder bei der VHH) den Platz für Entwerter freimachte.
Eine weitere Neuerung war die entgegengesetzte Sitzanordnung der vorletzten Reihe im Heck, um Vandalismus entgegenzuwirken. Dadurch entstanden zwei Coupé-Sitzgruppen mit Vierer-Bestuhlung, was allerdings keine senkrechten Haltestangen mehr zuließ – die Haltewunschknöpfe wanderten in die horizontalen Haltestangen unter der Decke.
Innenraum
• Klassisch grün gepolsterte HHA-Sitze sowie braune Seitenwände und Haltestangen (wie N1)
• Halogenspots statt Leuchtstoffröhren in der Decke
• Handbediente Rollstuhlrampe an der Mitteltür (statt störanfälliger Elektrorampe)
• Durchgehende Konvektorheizungskanäle statt drei einzelner Untersitz-Heizgebläse
• Vier Luft-Absauggebläse in der vom Fahrer zu bedienenden vorderen Dachklappe
Lackierung & Designmerkmale
Die Serie wurde ab Werk ohne den roten Zierstreifen oberhalb der Fenster geliefert. Bei vielen Fahrzeugen wurde dieser aber später im Zuge von Werbeanbringungen oder -entfernungen ergänzt.
Wagen 1608 und 1607 waren die einzigen 16er, die nie Band- oder Ganzwerbung trugen – und daher auch nie den großen „HOCHBAHN“-Schriftzug auf dem linken Türflügel erhielten.
Ungewöhnlich: Die kleinformatigen Wagennummern, wie zuletzt 1991 bei den 10ern verwendet – ein Indiz für die kurzfristige Beschaffung der Fahrzeuge, die ursprünglich gar nicht für die HHA vorgesehen waren – auch erkennbar am nachträglich verkürzeten Sitzpodest der Fahrerseite.
Auch die Kennzeichenvergabe spricht dafür: Während für die 1997 zu liefernden „17er“ bereits HH-GC 401–470 reserviert waren, erhielten die „16er“ fortlaufend die Nummern HH-GC 481–492 – außerhalb der üblichen Systematik.
Einsatzorte und Stationierungen
Alle 12 Busse wurden zunächst dem Betriebshof Wendemuthstraße (Wandsbek) zugewiesen. Bereits im März 1997, kurz vor der Anlieferung der 17er-Serie, wechselten 1609–1612 nach Harburg.
Museumsbus & Restaurierung
Wagen 1608 wurde 2013 vom HOV übernommen – er war der letzte Stadtbus, bei dem die klassischen grünen Sitzpolster durch rot-schwarze HOCHBAHN-Polster im neuen Corporate Design ersetzt wurden.
Allerdings war die Qualität dieser Aufarbeitung mangelhaft aufgund schlechter Stoffqualität und unsauberer Verarbeitung. Daher wurden beim Museumsbus zunächst die besser erhaltenen HOCHBAHN-Polster aus Wagen 1231 verbaut (dem Versuchsträger dieses Polsterdesigns). Später erhielt 1608 wieder grüne Ursprungspolster – dabei wurden auch beschädigte Sitzschalen ersetzt.
Besondere Ausstattung
• Versuchsweise eingebauter Rußpartikelfilter
(Vorläufer der serienmäßigen Abgasreinigung bei den 17ern)
• Hinterleuchtete Werbetafel an der Fahrerkabinenrückwand – ein Detail, das später nur bei wenigen 17ern beibehalten wurde
Wagen 1608 steht als “N2” exemplarisch für den Übergang zwischen den Generationen des Hamburger Stadtbusses – als Bindeglied zwischen den klassischen O 405 N1 und dem modernen Citaro, mit Detailveränderungen, Prototyp-Technik und kurzfristiger Beschaffung.