Technische Daten
- Fahrgestell & Aufbau: Daimler-Benz
- Motortyp: OM 312
- Leistung: 90 PS
- Höchstgeschwindigkeit: 82 km/h
- Getriebe: Unsynchronisiertes Viergang-Schaltgetriebe
- Sitz- / Stehplätze: 26 / 31
- Stehplatzfläche: 3,40 m²
- Stehplatzfläche je Person: 0,11 m²
- Fahrzeuglänge: 8,63 m
- Eigengewicht: 5.300 kg
Historie & Besonderheiten
Der HHA-Stadtbus 282 ist der älteste erhaltene Omnibus der Hamburger Hochbahn – und ein echtes Glück für die Sammlung. Die HHA beschaffte 1954 nur 10 Exemplare des Daimler-Benz O 3500, um sie auf schwachfrequentierten Linien in den Außenbezirken einzusetzen. Schon nach fünf Jahren wurde die Serie wieder ausgemustert. Der O 3500 ist eine der letzten Nachkriegskonstruktionen mit vorn stehendem Motor außerhalb des Fahrgastraums und einem Perron im Heck. Im Gegensatz zu Vorkriegsbussen erfolgte der Fahrgastfluss nun von vorn nach hinten – der Fahrer kassierte selbst, der Einstieg war vorne, der Ausstieg hinten. Die zehn Fahrzeuge waren ursprünglich alle auf dem Betriebshof Krohnskamp stationiert, fünf kamen später nach Wandsbek, aber immer hatten sie lange Einsatzwege, u.a. in die Walddörfer und nach Wilhelmsburg, zu bewältigen. Das unsynchronisierte Getriebe, die schwergängige Lenkung und die ungewöhnlich mittige Sitzposition des Fahrers machten den Bus zu einer Herausforderung im Alltag. Ein technisches Unikat war die Kombination aus druckluftbetriebener Schiebetür vorn und Falttür hinten – typisch für den Linienbus-Aufbau des O 3500.
Der Museumswagen 282 wurde kurz vor seiner Ausmusterung auf die Nummer 6906 umgezeichnet. Danach diente er bei Klein-Wiele weitere 13 Jahre im Linienverkehr, ehe ihn ein ehemaliger Fahrgast 1972 kaufte und in ein alternatives Wohnmobil verwandelte. Damit bereiste er halb Europa – sogar bis zum Nordkap. Erst 1995 wurde der äußerlich heruntergekommene, aber technisch gute Wagen vom Düsseldorfer Omnibusunternehmer Gerd Adorf erworben – und noch im selben Jahr an den HOV abgegeben. Ein Glücksfall: Der Vorbesitzer hatte lediglich die Sitze entfernt, aber die originale Innenausstattung unangetastet gelassen.
Heute existiert nur noch ein weiterer O 3500-Linienbus in Deutschland – im Museum in Heilbronn. Damit ist der HHA 282 ein extrem seltenes und wertvolles historisches Fahrzeug, das eindrucksvoll den Übergang von der Vorkriegs- zur Nachkriegs-Busgeneration dokumentiert.
Wegen der sehr schlechten Substanz des Aufbaus des Wagens 282 wurde 2015 aus Luxemburg ein baugleicher Bus erworben, welcher in nächster Zeit bis zur Zulassungsfähigkeit restauriert werden soll.