Technische Daten
- Motortyp: F6L413
- Leistung: 170 PS
- Höchstgeschwindigkeit: 81 km/h
- Getriebe: Viergang-Schaltgetriebe
- Sitz- / Stehplätze: 35 / 44
- Stehplatzfläche: 4,7 m²
- Stehplatzfläche je Person: 0,1 m²
- Fahrzeuglänge: 9,60 m
- Eigengewicht: 7235 kg
Historie & Besonderheiten
Auf Wunsch der HHA entwickelten die Hersteller Büssing und Magirus-Deutz 1968 eine um ein Fensterfeld zwischen den Türen verkürzte Version des VÖV-Standardlinienbusses. Mit 100 sehr komfortablen Schnellbussen verabschiedete sich der seit 1958 langjährige Hauptlieferant von HHA-Linienbussen von Hamburg. Nach der ersten Teillieferung der letzten Schnellbus-Serie von Magirus-Deutz (5901–5976) im Jahr 1969 wurden 1971 mit den Wagen 5101–5123 die letzten 23 Fahrzeuge dieser Baureihe in Dienst gestellt. Sie ersetzten die 1965 beschafften Magirus-Deutz Saturn II-Schnellbusse (150 S 10). Der 100. Bus, Wagen 5124, gelange nie in Betrieb, sondern wurde Grundlage für den von der HHA-Tochter Fahrzeugwerkstätten Falkenried – FFG entwickelten, niederflurigen “Urbanbus”, der 1971 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.
Unterschiede zur 59er-Lieferung von 1969
- Schalthebel: 51er mit Hammerschlag-Lack, 59er verchromt
- Fahrtzielband: 51er mit positiver Beschriftung, 59er negativ
- Lackierung unter Fensterlinie: 51er durchgehend rosa, 59er mit zusätzlichem hellrosa- weißen Streifen wie alle Stadtbusse seit 1969
Fahrverhalten & Komfort
Die luftgefederte Fahrwerksabstimmung in Kombination mit dem kraftvollen 170 PS-Motor verlieh den Magirus-Bussen ein dynamisches, kraftvolles Fahrverhalten, das den Namen “Schnellbus” tatsächlich verdiente – im Gegensatz zu den trägeren Büssing-Modellen von 1968/69. Die dick gepolsterten Federkernsitze mit hoher Rückenlehne boten ausgezeichneten Komfort für die verwöhnte Schnellbus-Kundschaft aus den Hamburger Vororten. Die leise und effiziente Fußbodenkanalheizung, ergänzt durch eine WEBASTO-Zusatzheizung, stellte die Wasserkreislauf-Heizsysteme mit nur einem kleinen Untersitz-Gebläse anderer Hersteller deutlich in den Schatten.
Mängel & Schwächen
Trotz technischer Überlegenheit machte sich bald ein gravierendes Problem bemerkbar: schlechter Rostschutz. Insbesondere die Frontpartie und die Hohlträger im Unterboden zeigten bereits nach wenigen Jahren starke Korrosion. Die HHA trennte sich daher bereits nach 4–6 Jahren Einsatzzeit schon 1975 von diesen Bussen – in erster Linie aber aus der Entscheidung heraus, einen typenreinen Daimler-Benz-Wagenpark zu etablieren.
Unser Museumsbus
Stationierungen
Bis Januar 1975 war der heutige Museumsbus auf dem Betriebshof Langenfelde stationiert; anschließend nochmal für 2 Monate auf dem Betriebshof Mesterkamp. Danach wurde 5103 von Daimler-Benz in Zahlung genommen und gelangte zum Autobusbetrieb Georg Stoss GmbH, wo er als Fahrschul- und Reservefahrzeug wenig beansprucht wurde – der Innenraum blieb dadurch in nahezu neuwertigem Zustand erhalten.
Restaurierung
1982 wurde der Bus vom HOV übernommen. 1983 folgte eine Schnellrestaurierung, bei der die Frontbleche nur oberflächlich instandgesetzt und das Fahrzeug per Buskompressor notdürftig lackiert wurde. Heute präsentiert sich das Äußere daher weniger ansprechend, und es besteht umfangreicher Restaurierungsbedarf (Austausch sämtlicher Vierkantträger im Unterboden, Erneuerung von Leitungen, Versorgungsklappen, Auspuff, Front- und unteren Seitenblechen).
Die Restaurierung des Wagen 6499 wurde durchgeführt im Jahre 1980 mit dem Wiedereinbau der automatischen Brose-Fahrtzielbandanlage und der Aufarbeitung und Neulackierung des unteren, roten Karosseriebereichs.
Bei den Arbeiten handelte es sich nicht um eine zulassungsfähige Komplettrestaurierung, sondern um eine optische und funktionelle Wiederherstellung als museales Ausstellungsfahrzeug.