Technische Daten
- Fahrgestell & Aufbau: Magirus-Deutz
- Motortyp: F6L 714
- Leistung: 150 PS
- Höchstgeschwindigkeit: 68 km/h (gedrosselt von 98 km/h)
- Getriebe: Viergang-Schaltgetriebe
- Sitz- / Stehplätze: 45 / 37
- Stehplatzfläche: 3,70 m²
- Stehplatzfläche je Person: 0,1 m²
- Fahrzeuglänge: 11,50 m
- Eigengewicht: 7.650 kg
Historie & Besonderheiten
Wagen 5702 entstammt der 7. und letzten Saturn II-Schnellbusserie – dem Höhepunkt der Schnellbus-Entwicklung bei der HHA in den 1960er Jahren. Die komfortablen Federkernsitze mit hochgezogenen Rückenlehnen und Plüschbezug (abwechselnd rot und blau), kombiniert mit einer weichen Luftfederung, boten einen Fahrkomfort, der heute kaum noch erreicht wird. Das Warmluft-Heizungssystem mit Fußbodenkanälen sorgte für eine besonders effiziente und gleichmäßige Wärmeverteilung im Winter – ein klarer Vorteil gegenüber den sogenannten Medium-Heizungen der Konkurrenz (Büssing, MAN, Daimler-Benz). Wagen 5701–5703 waren reisefähig ausgestattet, mit Gardinen, Gepäcknetzen, Reserveradfach unter dem Fahrersitz und Werkzeugfach hinten links. Alle 57er verfügten außerdem über eine automatische BROSE-Fahrtzielbandanlage, wie sie auch 1965-68 in alle Straßenbahn-Triebwagen der HHA eingebaut wurde – im Busbereich allerdings nur 1964/65 versuchsweise.
Der Bus 5702 wurde zunächst dem Betriebshof Krohnskamp zugewiesen, später nach dessen Stillegung im August 1967 dem neuen Betriebshof Mesterkamp überstellt. Dort war er hauptsächlich auf der Linie 37 im Einsatz. Bereits nach nur sechs Jahren wurden alle 57er im Zuge einer Typenbereinigung der HHA wieder ausgemustert. 14 Wagen gingen an das Wiener Unternehmen Dr. Richard, wo sie dank guter Pflege noch über ein Jahrzehnt lang im Einsatz blieben. Der 5702 war der einzige 57er, der nach dem HHA-Dienst noch im Auftragsverkehr fuhr – für die Firma Paul Schlachter auf den Linien 262 und später 276. Nach dem Entzug der Auftragsverkehre zum Winterfahrplan 1976/77 wurde der Bus 1977 ausgemustert.
Unser Museumsbus
Noch vor der offiziellen Gründung des HOV konnte der Wagen 5702 – zunächst ohne Motor – als eines der ersten Museumsfahrzeuge gesichert werden. Der Motor des Ersatzteilspenders 5712 wurde im Sommer 1977 mit Unterstützung der Firma Jürgen Pelka eingebaut. Auch zahlreiche Sitzpolster stammen aus dem Spenderfahrzeug.
Die Restaurierung des Wagen 5702 begann 1977 mit dem Einbau eines Motors und Getriebes, da der HOV den Bus ohne diese Aggregate erworben hatte. Von 1977 bis 1979 erfolgte die Aufarbeitung der Karosserie mit der Neulackierung des unteren, rosa Bereichs. Eine damals geplante Zulassung des Fahrzeugs scheiterte an der massiv durchgerosteten Rahmen-Bodengruppe.
Auf Grund der folgenden jahrelangen Freiaufstellung und defektem Motor erfolgte ab 1987 bis 1991 eine zweite Restaurierung mit (erneut) neuem Motor und einer erneuten Aufarbeitung der Karosserie mit neuen Gardinen im Innenraum und anschließender Komplett-Neulackierung des Busses zur optischen und funktionellen Wiederherstellung als museales Ausstellungsfahrzeug.