Technische Daten
Fahrgestell / Aufbau: Daimler-Benz
Aufbau: Binz
Motortyp: OM 636 VII
Leistung: 43 PS
Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
Getriebe: 4-Gang-Lenkradschaltung
Sitzplätze: 13
Stehplätze: 5
Stehplatzfläche je Person: 0,25 m²
Fahrzeuglänge: 4,82 m
Eigengewicht: 2.375 kg
Historie & Besonderheiten
Im Jahr 1958 führte die HHA zwei innerstädtische Citybuslinien (C1+C2) ein, die nur mit besonderen Fahrmünzen zu benutzen waren. Das Angebot stieß wegen des hohen Fahrpreises und der fehlenden Möglichkeit, damit auf andere Verkehrsmittel umzusteigen, auf geringe Akzeptanz und wurde bereits 1959 wieder eingestellt. Die 25 dafür beschafften Kleinbusse, darunter Wagen 6019, kamen anschließend auf mehreren neu eingerichteten Kleinbuslinien in den Randgebieten zum Einsatz, auch diese wurden aber mangels Nachfrage bis 1964 wieder eingestellt – bis auf jeweils zwei Linien in Blankenese und Volksdorf.
Die Fahrzeuge verfügten über stadtbustypische Lackierung und Ausstattung mit roten Kunstledersitzen, verkehrten aber zum Schnellbustarif und besaßen elektrische Außenschwenktüren mit Kettenantrieb. Die 43 PS leistenden Dieselmotoren stammten vom Pkw-Modell Mercedes 180 D – waren damit für den Stadtbetrieb jedoch zu schwach motorisiert. Der Aufbau bestand aus Stahlblech, Aluminiumtüren und einem Kunststoffdach. Die getönte Dachrandverglasung war zeitgenössisch modern, aber die Hitzeentwicklung im Sommer problematisch.
Unser Museumsbus
Wagen 6019 wurde 1964 an Johannes Ewald in Hamburg verkauft, der ihn für Familienreisen nutzen wollte. Tatsächlich stand der Bus aber über Jahrzehnte ungenutzt – zuletzt ab 1978 in einem Hinterhof in Winterhude. HOV-Mitglieder bemühten sich 25 Jahre lang um die Übernahme – 2002 gelang es schließlich dank der Vermittlung der Ehefrau des Besitzers.
In einer nächtlichen Bergungsaktion bei strömendem Regen wurde der Bus nach Schwanheide überführt. Die Karosserie war stark verrostet, teilweise schon zerfallen, alle tragenden Teile müssen erneuert werden – aber die Inneneinrichtung war noch komplett in einer Hinterhofgarage eingelagert. Die Restaurierung wird sehr aufwendig – aber mit diesem Bus bleibt ein letzter Zeitzeuge des gescheiterten Citybus-Experiments erhalten.