Technische Daten
- Fahrgestell & Aufbau: Büssing
- Motortyp: U7
- Leistung: 150 PS
- Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
- Getriebe: Viergang-Schaltgetriebe
- Sitz- / Stehplätze: 41 / 68
- Stehplatzfläche: 6,83 m²
- Stehplatzfläche je Person: 0,1 m²
- Fahrzeuglänge: 11,32 m
- Eigengewicht: 8.010 kg
Historie & Besonderheiten
1964 nahm die HHA 30 Büssing Senator 12 D in Betrieb – die bis dahin größten Stadtbusse seit den 12-Meter langen Büssing/Graaf-Elze 6000 T von 1954. Sie boten mit 41 Sitzplätzen deutlich mehr, als alle bisher beschafften Stadtbusse. Farbgebung, Raumaufteilung und Ausstattung lehnten sich an die parallel beschafften Magirus-Deutz Saturn II-Busse der 5. Lieferung an.
Um den Fahrgastfluss zu verbessern, wurden die Fahrzeuge erstmals mit einem Doppeleinstieg für Sichtkarteninhaber und Barzahler ausgerüstet – ein Prinzip, das sich bewährte und ab 1965 auch bei der Straßenbahn Einzug hielt. Zunächst nur teilweise in Altona stationiert, waren ab Ende 1966 alle Fahrzeuge dieser Serie dem Betriebshof Schützenhof zugeordnet.
Alle Büssing-Busse verfügten generell über Servolenkung, Federspeicherbremse und einen besonders laufruhigen, wassergekühlten Motor, so daß erstmals auf eine schallisolierende Lochdecke verzichtet werden konnte. Bereits 1970 wurden alle Wagen dieser Serie wieder ausgemustert und durch den neuen Standard-Linienbus Daimler-Benz O 305 ersetzt.
Unser Museumsbus
Wagen 6412 gelangte zunächst nach München und wurde bald nach Österreich weiterverkauft. Dort kam er bei verschiedenen Eigentümern zum Einsatz – wurde unter anderem als Sportplatz-Umkleidebus genutzt, zuletzt als Ersatzteillager bei einem Autohändler. Nach dessen Konkurs 1999 wurde der Bus auf einem Schrottplatz bei Wiener Neustadt entdeckt. Hinweise im Innenraum (wie Aufkleber und eine österreichische Zeitung von 1971) bestätigten seinen Einsatz in Östereeich, seine Lackierung und die Fahrgestellnummer wiesen ihn aber als Hamburger Bus aus. Nach der Übernahme durch den HOV musste festgestellt werden, dass der Bus durch unsachgemäße Bergung und beim Transport unterwärts stark beschädigt wurde. Die Inneneinrichtung fehlt komplett, ebenso mehrere Scheiben–mechanisch und karosserieseitig ist der Bus aber weitgehend vollständig.
Er wurde als Ersatzteilspender für den Museumsbus 6499 geborgen, könnte aber auch eines Tages noch restauriert werden – dazu bräuchte es aber noch einer kompletten Bestuhlung und der Haltestangen.
Wie bei Wagen 282 führte auch hier der Zufall dazu, dass genau dieses Fahrzeug im HHA-Fotoarchiv dokumentiert wurde, welches den Weg in die Sammlung des HOV fand – ein Glücksfall für die Museumsarbeit.