Technische Daten
- Fahrgestell & Aufbau: Daimler-Benz
- Motortyp: OM 321
- Leistung: 110 PS
- Höchstgeschwindigkeit: 76 km/h
- Getriebe: Viergang-Schaltgetriebe
- Sitz- / Stehplätze: 26 / 53
- Stehplatzfläche: 5,70 m²
- Stehplatzfläche je Person: 0,11 m²
- Fahrzeuglänge: 9,23 m
- Eigengewicht: 5.510 kg
Historie & Besonderheiten
Die Hamburger Hochbahn AG beschaffte zwischen 1955 und 1959 insgesamt 12 Kleinserien vom Typ Daimler-Benz O 321 H – teils als Stadtbus (60 Stück), teils als sog. “Schnellbus” (102 Stück). 20 Stadtbusse wurden 1959 nachträglich zu Schnellbussen umgebaut. Die Schnellbusse unterschieden sich von den Stadtbussen durch die Dachrandverglasung und fünf zusätzliche Sitzplätze sowie ein Radio mit Lautsprecher im Heck.
Die reinen Stadtbusse boten im Normalbetrieb 26 Sitz- und 53 Stehplätze, über 40 km/h durften jedoch nur 31 Stehplätze in Anspruch genommen werden.
Die Stadtbusse der 1. Serie (255–274) erhielten ab 1959 die Nummern 6400–6419, wobei der 6495, der ursprünglich als Wagen 264 im Einsatz war, die Nummer 6409 bekommen sollte, jedoch zu einem Fahrschulwagen umgebaut wurde und daher die Nummer 6495 bekam. Insgesamt wurden sieben Stadtbusse für diesen Zweck umnummeriert.
Unser Museumsbus
Der originale HHA-Wagen 6495 wurde 1961 an den Omnibushändler Auto-Welsch verkauft, blieb dort aber bis 1982 ungenutzt auf einer Wiese stehen und war später nicht mehr zu retten. Erst 1988 konnte ein baugleiches Fahrzeug aus Konstanz erworben werden – der Konstanzer Wagen wies nur wenige Fahrgestellnummern Unterschied zum Hamburger Original auf und war ebenfalls als Fahrschulbus genutzt worden.
Die aufwendige Totalrestaurierung dieses Fahrzeugs – über Jahre hinweg nahezu im Alleingang einer einzelnen Person – umfasste u.a.:
- Montage des HHA-typischen Dach-Liniennummernkastens
- Umgestaltung der Innenbeleuchtung
- Einbau von Einzelsitzen auf der rechten Seite
- Änderung der Polsterfarbe von braun auf rot
- Umbau des Trittkastens an der Vordertür
- Einbau eines Holzlattenfußbodens
Zudem konnten originale Teile wie das Wagennummernschild des echten 6495 in das Fahrzeug übernommen werden.
Mit dieser intensiven Restaurierung zählt der Wagen 6495 heute zu den historisch bedeutendsten und authentischsten Fahrzeugen im HOV-Bestand.
Die Restaurierung des Wagens 6495 begann im Jahre 1989 mit der kompletten Zerlegung des Fahrzeugs und dann ab 1991 mit dem Neuaufbau der Rahmen-Bodengruppe einschließlich Achsaufhängung mit anschließender Neu-Verblechung in 1992, neuem Holzfußboden im Innenraum und Neulackierung des Fahrzeugs 1993. In 1994 und 1995 erfolgte dann der Innenausbau mit einer Grundüberholung bzw. Erneuerung der Bestuhlung und der Innenverkleidungen.
Die Restaurierung des Wagens 6495 mit Neuaufbau wurde nach den baulichen HHA-Vorgaben von 1955 durchgeführt. Ziel der Arbeiten war eine zulassungsfähige Komplettrestaurierung.
Im Jahre 1998 erfolgte dann die HU-SP-AU-Abnahme des 6495 und Zulassung auf den HOV mit H-Kennzeichen. In 2000 wurde die Hinterachse erneuert und der Wagen dann auf die HHA umgemeldet.