Technische Daten
- Fahrgestell: Daimler-Benz
- Aufbau: Ernst Auwärter
- Motortyp: OM 621 III
- Leistung: 55 PS
- Höchstgeschwindigkeit: 98 km/h
- Getriebe: Viergang-Schaltgetriebe
- Sitz- / Stehplätze: 14 / 9
- Stehplatzfläche: 0,90 m²
- Stehplatzfläche je Person: 0,1 m²
- Fahrzeuglänge: 6,04 m
- Eigengewicht: 2.600 kg
Historie & Besonderheiten
Die sechs Kleinbusse der Serie 6500–6505 ersetzten 1965 die letzten Busse der ersten Citybus-Generation von 1958. Sie kamen auf den verbliebenen drei Kleinbuslinien zum Einsatz: Einer auf der Ringlinie V1 in Volksdorf, die übrigen fünf auf den Blankeneser Linien B6 und B8. Wie die Vorgänger erhielten sie Stadtbus-Ausstattung mit rot-blauen Kunstledersitzen sowie die creme-rote Lackierung. Im Gegensatz dazu mussten Fahrgäste jedoch den Schnellbus-Tarif entrichten. Obwohl die neuen Wagen über einen Meter länger waren, boten sie kaum mehr Platz – ein zusätzlicher Sitzplatz, dafür weniger Stehplätze. Die neuen Innen-Schwenktüren ersetzten die bisherigen Außenschwenktüren, auf die modische, aber aufheizende Dachrandverglasung wurde verzichtet. Eine Besonderheit: der Einsatz eines SOLARI-Fallblatt-Fahrtzielanzeigers in der Front – technisch innovativ, aber störanfällig. Der eingebaute OM 621 III-Motor mit 55 PS – identisch mit dem der Mercedes-PKW 200 D – war für den Stadtverkehr unterdimensioniert, besonders am steilen Waseberg in Blankenese. So musste bei Wagen 6500 in nur neun Jahren neunmal der Motor gewechselt werden. Die Karosserie stammte vom Karosseriehersteller Ernst Auwärter. Dach und Heckscheiben waren aus Kunststoff, die Seitenwände aus Aluminium. Ab 1969 wechselte 6500 auf die Volksdorfer Linie und war bis 1972 dem Betriebshof Mesterkamp zugeordnet. 1973 wurde er als Werkstattwagen an die FFG verliehen, bevor er 1974 ausgemustert und an den Verwerter Lemke übergeben wurde. Von dort gelangte er zu Kurt Bauschus, der ein Wohnmobil daraus bauen wollte – ein Vorhaben, das nie realisiert wurde.
Unser Museumsbus
Im November 1976 konnte der stark beschädigte Bus durch den HOV vor der Verschrottung bewahrt werden. Besonders der Einstieg und die Frontpartie mussten aufwendig erneuert werden.
Die Restaurierung des Wagens 6500 begann im Jahre 1977 mit der Wiederherstellung des zusammengebrochenen vorderen Trittkastens, einer fabrikneuen Frontstoßstange und Neulackierung der Front. 1989 wurde die noch zu HHA-Zeiten erneuerte und damals falsch (zu hoch) montierte Frontecke links entfernt und in korrekter Position neu eingebaut. Danach wurde die gesamte Front erneut aufgearbeitet und neu lackiert. Ebenfalls in 1989 sind alle Sitzgestelle der Bestuhlung entrostet und neu lackiert worden.
Bei den Arbeiten handelte es sich nicht um eine zulassungsfähige Komplettrestaurierung, sondern um eine optische und funktionelle Wiederherstellung als museales Ausstellungsfahrzeug.