Technische Daten
- Fahrgestell & Aufbau: Daimler-Benz
- Motortyp: OM 327
- Leistung: 160 PS
- Höchstgeschwindigkeit: 76 km/h
- Getriebe: Viergang-Schaltgetriebe
- Sitz- / Stehplätze: 32 / 58
- Stehplatzfläche: 5,85 m²
- Stehplatzfläche je Person: 0,1 m²
- Fahrzeuglänge: 10,15 m
- Eigengewicht: 7.800 kg
Historie & Besonderheiten
Mit dem Daimler-Benz O 302 kehrte die HHA 1967 nach acht Jahren erstmals wieder zur Marke zurück – der Beginn der Abkehr von der klaren Dominanz der Magirus-Deutz-Busse 1958-1967. Der O 302 ersetzte 1965 bei Mercedes den O 322 und war vom Reisebus abgeleitet.
Die HHA verteilte die 90 Fahrzeuge dieser Serie gleichmäßig auf die Betriebshöfe Wendemuthstraße (Wandsbek) und Mesterkamp (Barmbek). Unser 6789 war ausschließlich auf Mesterkamp stationiert, der im selben Jahr eröffnet wurde. Der O 302 wurde nicht im gesamten Stadtgebiet eingesetzt – vor allem im Westen und Süden Hamburgs war er nie anzutreffen. Er galt unter Fahrgästen als „etwas Besonderes“ – schließlich war es „ein Daimler“. Die Wagen wurden Ende 1971 umnummeriert in die Serie 1701–1790, da die 6000er-Nummernserie künftig nur für Schnellbusse vorgesehen war.
Komfort und Technik
Innen orientierte sich die Ausstattung mit abwechselnd roten und blauen Kunstledersitzen an den bekannten Saturn II-Bussen, bot jedoch mit dicken Federkernpolstern deutlich mehr Sitzkomfort – allerdings oft begleitet von Motor-Vibrationen im Stand, da die Leerlaufdrehzahl häufig zu niedrig eingestellt war. Ein Novum: das „Wagen hält“-Schild an der Decke, das signalisierte, dass bereits ein Haltewunschknopf gedrückt wurde. Da der O 302 aus der Reisebusproduktion stammte, fehlte ihm eine integrierte Heckzielanzeige. Stattdessen wurde ein Liniennummernkasten in die Heckscheibe hinter die letzte Sitzreihe gestellt – eine Rückkehr zur Lösung, die man vom O 321 H kannte. Auch die Fahrtzielbänder dieser Serie waren zukunftsweisend: kleiner als bisher und bereits im Format des späteren VÖV-Standardbusses. Statt handgemalter Bänder von Falkenried verwendete man bedruckte Kunststoffbänder der Firma BROSE.
Fahrverhalten
Die Fahrzeuge waren nicht mit Servolenkung ausgestattet, obwohl die Konstruktion dafür vorbereitet war – was insbesondere bei voller Besetzung zu extrem hohen Lenkkräften führte. Immerhin: erstmals kam bei der HHA eine handbetätigte Druckluft-Haltestellenbremse zum Einsatz – beim Lösen stets von einem lauten Knall begleitet.
Wie zur damaligen Zeit bei PKWs üblich, erhielten die Busse im Winter Kühlermasken, um das AURORA-Heizgerät im Frontbereich vor kalter Frischluft zu schützen. Dennoch blieb die Heizleistung bescheiden, trotz zweier Wasserkreislauf-Heizgebläse in Front und Heck.
Unser Museumsbus
Mit der Restaurierung des Busses wurde bis heute nicht begonnen. Neben dem komplett verrotteten Metallfußboden muss die gesamte Beblechung unterhalb der Fenster sowie zahlreiche Träger erneuert werden und die gesamte Techniuk muss überholt werden.