Technische Daten
- Fahrgestell und Aufbau: Daimler-Benz
- Motortyp: OM 447h
- Leistung: 240 PS / 177kW
- Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h
- Getriebe: Viergang-Automatikgetriebe
- Sitz- / Stehplätze: 59 / 89
- Stehplatzfläche: 12,47 m²
- Fahrzeuglänge: 17,47 m
- Eigengewicht: 14.455 kg
Historie & Besonderheiten
Im Jahr 1987 beschaffte die HHA ihre erste und einzige Serie des Typs Mercedes-Benz O 405 G in zwei Tranchen (7701–7725 im Frühjahr und 7726–7750 im Sommer), um Linien wie die 155, 111 und 182 auf Gelenkbusbetrieb umzustellen. Mit dieser Serie hielt auch erstmals das neue HVV-Farbschema Einzug ins Stadtbild: unten rot, darüber weiß mit rotem Fensterzierstreifen–abgeleitet von der Farbgebung der PVG ab 1985. Die Wagen 7744–7750 wurden dagegen schneeweiß ausgeliefert und anschließend im POP-Stil lackiert. Im Unterschied zum Vorgängermodell O 305 G wurde beim O 405 G die Tür-und Fensteraufteilung grundlegend verändert:
- Die Mitteltür wurde weiter nach vorn versetzt
- Der Nachläufer wurde vorne leicht verkürzt
- Die schmaleren Fenster hinter dem Gelenk sowie der Verzicht auf zwei Einzelsitze sorgten für eine abweichende Bestuhlung
Nur die zweite Hälfte der Serie war ab Werk mit RBL-Systemen und Standortmeldern ausgestattet. Die Wagen 7701–7725 – darunter auch 7714 – erhielten zunächst lediglich Telefunken-Funkgeräte, weil die vom Betriebshof Wandsbek befahrenen Linien keine RBL-Streckenausrüstung hatten und wurden erst später nachgerüstet. Wie bei allen HHA-Bussen dieser Zeit wurden automatische KRUEGER-Fahrtzielbandanlagen in Negativschrift verwendet. Ab 1991 stellte man auf elektronische Matrixanzeigen um; auch die 77er-Serie wurde entsprechend modernisiert. Es gab keine Folgebeschaffungen, da ab den 1990er-Jahren der niederflurige Gelenkbus ohne Einstiegsstufen den Markt dominierte. Der Hersteller Neoplan belieferte bereits 1988 u.a. Bremen, was Mercedes-Benz und MAN zwang, mit eigenen Niederflurbussen nachzuziehen. Daher beschaffte die HHA zwischen 1988 und 1990 keine neuen Hochflur-Fahrzeuge mehr. Eine für 1988 bestellte Stadtbus-Serie von 20 Bussen ging an die Tochter PVG.
Unser Museumsbus
Einsatz & Verbleib
Wagen 7714 wurde im Mai 1987 an den Betriebshof Wandsbek (Wendemuthstraße) ausgeliefert und dort für den Gelenkbuseinsatz auf der Linie 155 in Betrieb genommen. Der erwartete Rückgang der Fahrgastzahlen blieb trotz der neuen Harburger S-Bahn aus – im Gegenteil: Die Linie wurde später zur heutigen, stark frequentierten Metrobuslinie 13. 7714 war darüber hinaus auf den Linien E17, E62, 109, 161, 164, 272 und 111 im Einsatz. Ab Oktober 1993 wechselte der Bus zum Betriebshof Langenfelde, wo er bis zu seiner Ausmusterung Ende 2002 hauptsächlich auf den Linien 102 und 182 eingesetzt wurde. Anfang 2003 ging er zum Omnibusunternehmen Arendt in Ostfriesland, das ihn bis 2016 als Schulbus nutzte – damit war er fast 29 Jahre im Dienst. Ursprünglich als Ersatzteilspender für den HOV-Wagen 7743 vorgesehen, stellte sich 7714 letztlich als das besser erhaltene Fahrzeug heraus und wurde als Repräsentant des Gelenkbustyps O 405 G in die Sammlung aufgenommen. Eine Restaurierung ist momentan noch nicht möglich.